Hofanlage Bachhof

Sinnersdorfer Straße 173 · Roggendorf/Thenhoven

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_0512
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungHofanlage Bachhof
Adresse Sinnersdorfer Straße 173, 50769 Köln
Baujahr1767
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 01.07.1980
Stadtteil Roggendorf/Thenhoven

Bachhof. Vierseitig geschlossene Hofanlage, 1767 inschriftlich datiert. Herrenhaus: Traufständiger, geschlämmter Backsteinbau, zwei Geschosse, sechs Achsen, Satteldach (originaler Dachstuhl, ältere Dacheindeckung), giebel mit Ohren und S-Anker, Hauseingang dritte Achse, Haustüre nach historischem Vorbild von 1910 erneuert, Wandöffnungen mit Segmentbogen, Fenster (19. Jahrhundert) mit originalen Vergitterungen im EG, gestuftes Traufgesims mit Ankersplinten, Maueranker ANO 1767, Kellerfensterblech mit Blumenmotiv. An südlicher Giebelseite zwei Fenster zugemauert, an Ha<usecke Pollerstein.

Im Inneren erhalten: Drei Balkendecken, zum Teil als Kölner Decke (18. Jahrhundert), ornamentierter Terrazzoboden in Diele, Flur, Küche (19. Jahrhundert), Zimmertüren um 1910, Holztreppe mit Antrittspfosten und gedrechseltem Geländer.

Rückseite: Geschlämmte Backsteinfassade, fünffensterig mit betonter Mittelachse, S-Anker, Hoftüre (18. Jahrhundert) mit zwei Basaltstufen, Fenster zum Teil mit originalem Glas (19. Jahrhundert), Fensterform zum Teil verändert.

Gesindehaus: Zweites Viertel 19. Jahrhundert, auf linker Giebelseite des Herrenhauses anschließender, niedrigerer, geschlämmter Backsteinbau, traufständig, zwei Geschosse, vier Achsen, Schopfwalmdach (originaler Dachstuhl, ältere Dacheindeckung), Fensteröffnungen mit Segmentbogen, Sohlbänke und Stabgitter (EG), Fensterrahmen in historischer Gliederung, ein Fenster zugemauert, Ankersplinte, Ornamentanker, Traufenholz.

Rückseite: Zurückversetzt, geschlämmte Backsteinfassade, rechtwinkelig anschließender, nördlicher Hofflügel sowie niedriger Anbau.

Seitlich Hofmauer in Backstein (geschlämmt) mit Einfahrt, Basaltsockel und Poller, neue Mauerkrone.

Torbogen: An südlicher Giebelseite des Herrenhauses anschließend, Backstein geschlämmt, Pilastergliederung, gestuftes Gesims, Satteldach, Ankersplinte und S-Anker. Schlußstein in Werkstein mit Andreaskreuz, neues zweiflügeliges Brettertor mit Einlaßtüre, originale Beschläge und Türklopfer.

Stallgebäude: 18. Jahrhundert, im 19. Jahrhundert umgebaut; Backstein, Satteldach (weitgehend originale Dachstühle), hofwärts geschlämmte Fassaden, Wandöffnungen mit Segmentbogen, Ankersplinte, Ornamentanker, Dacherker (am nördlichen Hofflügel verändert), Brettertüren, Tore mit Laufvorrichtungen. Südlicher Hofflügel straßenwärts bachsteinsichtig, große Ankersplinte, Fenstereinbrüche mit Eisengitter (19. Jahrhundert). Im Inneren preußische Kappendecken.

Scheunengebäude: 18. Jahrhundert, im 19. Jahrhundert umgebaut, zum Wohnhaus parallelstehend, Backstein, Satteldach mit Kragdach auf Holzstützen (Dachstuhl 19. Jahrhundert), zwei Torbogen, zweiflügelige Brettertore, Ankersplinte, SAnker im Giebel.

Sternförmige Innenhofpflasterung in Feldbrandsteinen. Naturstein und Basementpflaster.

Nicht zum Denkmal gehören: Niedrige Anbauten am westlichen Hofflügel.

Die ursprünglich eigenständigen Straßendörfer Roggendorf und Thenhoven wuchsen bereits im späten 19. Jahrhundert zu einer Ortschaft zusammen. Trotz der immer stärker zunehmenden Verschmelzung beider Ortschaften lassen sich deutlich die unterschiedlichen Dorfbilder ablesen: Roggendorf mit seiner leicht gebogenen Hauptstraße wird an seinen beiden Ortsenden von je einer großen Hofanlage, dem Bachhof und dem Quettingshof, abgeschlossen. Dazwischen liegen, weitgehend in Struktur und Substanz erhalten, Hausmannshäuser und Kleinstgehöfte in Backstein und Fachwerk. In Thenhoven ist dagegen die Einheitlichkeit des Straßenbildes schon weitgehend durch maßstabsbrechende Neubauten und Fassadenveränderungen zerstört. Der an der Ecke Sinnersdorfer Straße und Further Straße gelegene Bachhof gehörte dem Stift St. Andreas in Köln. Ablesbar ist dies noch heute an Details wie dem mit einem Kreuz versehenen Türklopfer und dem Andreaskreuz im Schlußstein des Torbogens.

Erstmals erwähnt wird der Bachhof 1354 als Johann von Royde den Hof für 24 Jahre pachtete. Es ist jedoch anzunehmen, daß der Bachhof einen früheren, mittelalterlichen Vorgängerbau hatte. Nach dem Brand im Jahre 1765, bei dem - bis auf einen Hof - ganz Roggendorf abbrannte, wurde der Bachhof bis 1767 (vgl. Maueranker am Herrenhaus) wieder aufgebaut. Aus dieser Zeit hat sich die Hofanlage - abgesehen von den Veränderungen im 19. Jahrhundert - weitestgehend im Original erhalten.

Es handelt sich um eine geschlossene Hofanlage fränkischen Typs mit herausgehobenem, zweigeschossigen, fünf- bis sechsachsigen Herrenhaus, der gegenüber liegenden Scheune und den angrenzenden Wohn- und Wirtschaftsbauten. Bauhistorisch besonders bedeutsam ist das Herrenhaus mit seinen Ohrengiebeln als charakteristisches Merkmal der ländlichen Architektur des Barock.

Am südlichen Ende des Dorfs gelegen, stellt der Bachhof einen imposanten Blickfang dar und bildet gleichzeitig mit den Hofanlagen und Wohnhäusern entlang der Sinnersdorfer Straße ein städtebauliches Ensemble, welches in seiner Art für Köln einmalig ist.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0