Teil der Hofanlage Sternenberger Hof

Kupfergasse 35 · Urbach

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_0550
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungTeil der Hofanlage Sternenberger Hof
Adresse Kupfergasse 35, 51145 Köln
Baujahr19. Jahrhundert
Eigentumstädtisches / öffentliches Eigentum
Eingetragen seit 01.07.1980
Stadtteil Urbach

Reste einer Hofanlage (Sternenberger Hof).

Wohnhaus: Erste Hälfte 19. Jahrhundert, rückwärtig an der Westseite des ehemaligen Hofgevierts gelegenes Backsteingebäude, zwei Geschosse, sieben Achsen (an der Rückseite fünf Achsen), Schopfwalmdach, Fenster an Vorder- und Rückfassade mit Sohlbänken in Werkstein, Konsolgesims an der Traufe, breit gemauerte Fensterstürze, Kellerfenster mit Werksteinrahmung. Südliche Giebelwand bis zum zweiten OG verputzt, darüber backsteinsichtig, im Giebelfeld großes, halbrundes Fenster mit Sprossierung, übrige Fenster zum Teil zugemauert. Fenster im gesamten Gebäude sowie Haustüre verändert, neuer Treppenaufgang zum veränderten Hauseingang. Im Inneren original erhalten: Geschlämmter Gewölbekeller.

Ehemaliges Wirtschaftsgebäude: Erste Hälfte 19. Jahrhundert, traufständig an der Kupfergasse gelegen, ein Geschoß, Satteldach mit Dacherker an der Hofseite, straßenwärtige Fassade backsteinsichtig und durch lisenenartige Wandvorlagen sowie ein Konsolgesims an der Traufe gegliedert, Maueranker; nördliche Giebelwand neu verputzt mit neuer Türöffnung; Hofseite verputzt, hier Schlußstein mit Ähren und sieben Sternen, bezeichnet mit dem Namen des Hofs und der Inschrift "NIHIL HOMINE DIGNIUS QUAM AGRICULTURA" (früher über der Toreinfahrt angebracht). Im Inneren original erhalten: Gewölbte Kappendecken.

Östliche Giebelfront eines ehemaligen Wirtschaftsgebäudes: Backsteinsichtig, Lisenengliederung wie beim benachbarten Wirtschaftsgebäude, Maueranker.

Ehemaliges Gesindehaus: Mitte 19. Jahrhundert, traufständiges Backsteingebäude an der Kupfergasse, anderthalb Geschosse, Satteldach. Traufgesims verputzt, Fenster und Haustüre verändert, ältere Schlagläden im Erdgeschoß. Rückseite durch spätere Anschlußbauten verdeckt.

Zum Denkmal gehört auch die Backsteinmauer an der Kupfergasse zwischen dem Wirtschaftsgebäude und dem Gesindehaus (nördlicher Abschnitt mit alten Backsteinen ergänzt). Die rückwärtig an diese Mauer anschließende Remise gehört nicht zum Denkmal.

Das Erscheinungsbild des alten Dorfs Urbach - ursprünglich auf einer kleinen Anhöhe im weit verzweigten Rheinbett gelegen - war bis zum 19. Jahrhundert vorwiegend von kleinen Fachwerkhäusern und Hofanlagen bestimmt. Die wirtschaftliche Entwicklung hat das alte Dorf Urbach inzwischen in einen modernen Stadtteil verwandelt, in dem nur noch wenige kleine Häuser an das ehemalige Dorfbild erinnern.

Von den großen Hofgütern sind nur noch der Maarhof und, nicht mehr ganz vollständig, der Sternenberger Hof erhalten geblieben. Beide waren bereits 1623 im Kirchenbuch Urbachs erwähnt und sind daher für die Ortsgeschichte von Urbach von besonderer Bedeutung. Damals wurde der Sternenberger Hof unter der Bezeichnung "Ulhof" erwähnt; später hieß er auch "Finkelbergerhof". Beide Höfe gehören zu den wichtigen Baudenkmälern im Ortskern von Urbach, wo in der Umgebung der Kirche der einst ländliche Charakter Urbachs noch am meisten nachvollziehbar blieb. Der Sternenberger Hof liegt an einer der ältesten Straßen Urbachs - der Kupfergasse - die bereits 1623 diesen Namen hatte und auch heute noch als eine der wenigen einen Eindruck von der schmalen Straßenführung innerhalb eines Dorfes vermittelt.

Bauhistorisch bedeutend ist vor allem das zweigeschossige Wohnhaus des Hofs aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Das für die Erbauungszeit recht ungewöhnliche Schopfwalmdach läßt dabei einen Rückgriff auf die Architektur eines Vorgängerbaus vermuten. Dies würde auch die im 19. Jahrhundert unübliche Lage des Hauses im rückwärtigen Bereich des Hofs erklären. Markante, baukünstlerische Elemente bilden das im Rechtsrheinischen häufig auftretende, halbrunde Fenster im südlichen Giebeldreieck und der mit konsolartig abgerundeten Backsteinen gebildete Fries an der Traufe. Derselbe Fries befindet sich auch an der Traufe des Wirtschaftsgebäudes, dessen gewölbte, preußische Kappendecken auf eine Erbauung im 19. Jahrhundert hinweisen. Die lisenenartigen Wandvorlagen, die auch bei den Wirtschaftsgebäuden des Maarhofs auftreten, sorgen für eine Rhythmisierung der Backsteinwände. An diesem Gebäude befindet sich auch der ehemals über der Toreinfahrt angebrachte Schlußstein, dessen Inschrift die Bedeutung der Landwirtschaft für den Menschen herausstellt, und in dem die Sterne symbolisch auf den Namen des Hofs verweisen.

Einen integralen Bestandteil des ehemaligen Sternenberger Hofs bildet auch das außerhalb des Hofgevierts liegende, einstige Gesindehaus, welches als Zeugnis dörflicher Sozialstruktur erhaltenswert ist und vor allem durch sein weitgehend erhaltenes, historisches Erscheinungsbild mit Backsteinfassaden und Satteldach (ohne Gauben und nachträgliche Öffnungen) ein wertvolles Denkmal der in Urbach nur noch wenig erhaltenen Dorfarchitektur darstellt.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0