Hofanlage Gräfenhof u. Wegekreuz
Hovenstraße 8 · Brück
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_0591 |
|---|---|
| Typ | Kleindenkmal |
| Bezeichnung | Hofanlage Gräfenhof u. Wegekreuz |
| Adresse | Hovenstraße 8, 51109 Köln |
| Baujahr | 1890 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 01.07.1980 |
| Stadtteil | Brück |
Vierkanthof; Herrenhaus: 18. Jahrhundert, 1985/86 in Anlehnung an das historische Vorbild in den äußeren Abmessungen und unter teilweiser Verwendung der orginalen Materialien wieder errichtet, in der Mitte des Ostflügels gelegen, zwei Geschosse, fünf Achsen, Schopfwalmdach (ursprünglich leicht geschwungen) mit walmdachgedeckten Gauben, Backsteinmauerwerk im EG, Fachwerk im OG. Sprossenfenster, Schlagläden (nur im EG), profilierte Holztüre mit Oberlicht. Originale, zweistufige Steintreppe mit steinernen Eckpfeilern. Inneres erneuert.
Gesindehaus: Mitte 19. Jahrhundert, 1985/86 in den äußeren Abmessungen und unter teilweiser Verwendung der originalen Materialien wieder errichtet, südlich an das Herrenhaus anschließend, Backsteingebäude mit getrepptem Traufge4sims und Zahnfries, ein Geschoß, drei Achsen, Satteldach mit Schleppgauben. Sprossenfenster, Schlagläden, profilierte Holztüre. Inneres erneuert. Originaler Gewölbekeller.
Kuhstall (heute Kindergarten): 1845 erbaut (ehemals inschriftlich datiert auf Mauerankern), 1971 in den äußeren Abmessungen wieder errichtet, südlich an das ehemalige Gesindehaus anschließend, ein Geschoß, drei Achsen, geschlämmte Backsteinfassade mit Zahnfries an getrepptem Traufgesims, Satteldach, Schleppgauben mit türhohen, verglasten, ehemaligen Ladenluken und Vergitterungen. Sprossenfenster.
Rückseite: Drei neue, kleine, fachwerksichtige Anbauten. Inneres erneuert.
Remise (heute Wohnhaus): Mitte 19. Jahrhundert, 1985/86 in den äußeren Abmessungen und unter teilweiser Verwendung der originalen Materialien wieder errichtet, nördlich an das Herrenhaus angrenzend, Backsteingebäude mit Zahnfries an getrepptem Traufgesims, Satteldach mit Schleppgauben. Sprossenfenster, Schlagläden, profilierte Holztüre mit Oberlicht. Inneres erneuert.
Stall- und Wirtschaftsgebäude (heute Wohnhaus): Mitte 19. Jahrhundert, 1985/86 in den äußeren Abmessungen und unter teilweiser Verwendung der originalen Materialien wieder errichtet, Nordflügel, Backsteingebäude mit Zahnfries am getreppten Traufgesims, ein Geschoß, Satteldach mit Schleppgauben, stichbogenförmige Wandöffnungen. Sprossenfenster, Schlagläden, profilierte Holztüren mit Oberlichtern. Inneres erneuert.
Scheune (heute Turnhalle): Mitte 19. Jahrhundert, Südflügel, 1962/63 Neubau einer Turnhalle (in ihrer Lage und ungefähren Maßen mit der ehemaligen Scheune übereinstimmend).
Wirtschaftsgebäude (heute Schule): Mitte 19. Jahrhundert, Westflügel; um 1950 Neubau eines Schulgebäudes (in seiner Lage und ungefähren Maßen mit den ehemaligen Wirtschaftsgebäuden übereinstimmend. Hofpflasterung zum Teil mit originalen Pflastersteinen.
Nicht zum Denkmal gehören: Überdachte Einstellplätze gegenüber dem Herrenhaus und außerhalb der Hofanlage: 1986/87.
Wegekreuz: 1890 inschriftlich datiert; gelber Sandstein, bekrönendes Kreuz mit abgefasten Kanten und gotisierenden Eckzwickeln, Kruzifix in Metallguß, in der rückwärtigen Mitte Relief einer Dornenkrone; Sockelblock mit Stifterinschrift: ERRICHTET ZUR HÖCHSTEN EHRE GOTTES IM ZWEITEN JAHRE DER PFARRERHEBUNG DER GEMEINDE LANGENBRÜCK VON DEN GESCHWISTERN CARL THEODOR HOVEN UND BARBARA HOVEN BESITZERN DES GRÄFENHOFES ZU BRÜCK AM 24. MAI 1890, darüber flache, dreipaßförmige Nische; im Mittelblock auf der Rückseite: GEKREUZIGTER HERR JESUCHRISTUS ERBARME DICH UNSER. Signum: C. BAUMERICH Mülheim am Rhein. Zwei Begleitbäume und neue Einfriedung.
Der Gräfenhof ist für Brück vor allem von ortsgeschichtlicher Bedeutung, da er als der älteste Brücker Gutshof den Mittelpunkt des sich langsam entwickelnden Ortes bildete. Diesen Umstand spiegelt auch der in sehr früher Zeit verwendete Name "Brücker Hof" wider. Der einstige Königshof wurde 1133 erstmals urkundlich erwähnt, als er von den Grafen von Berg in den Besitz der Abtei Altenberg überging. 1273 erwarben die Grafen den Hof wieder zurück. Auf diese oder den sogenannten Waldgrafen, den Vorsitzenden des hier tagenden Waldgerichts, geht der Name "Grevenhoff" vermutlich zurück. Nach mehreren Besitzerwechseln erwarb die Adelsfamilie von Lülsdorf den Hof und errichtete das Herrenhaus als Fachwerkbau mit Schopfwalmdach. Die mit 1845 inschriftlich datierten Stallungen und Nebengebäude entstanden zu der Zeit, als die Familie Hoven diesen Hof bewirtschaftete. Auf sie geht der Name der Straße, an der der Gräfenhof liegt, zurück. Städtebaulich bedeutend ist der Gräfenhof - zumindest was die Lage der Gebäude und deren Grundriß betrifft - als einzige große, geschlossene Hofanlage in dem sonst von zahlreichen Kleinstgehöften geprägten Brück. Sein Standort im Kreuzungsbereich der Olpener Straße und des Mauspfads zeugen von einer bewußten, zentralen Ansiedlung an diesen wichtigen, alten Handels- und Verbindungsstraßen. Er bildete den Ausgangspunkt für den Zuzug von Bauern, die sich als Lehnsträger des Gräfenhofs entlang der Olpener Straße niederließen und deren Kleingehöfte auch heute noch das dörfliche Erscheinungsbild von Brück bestimmen.
Integraler Bestandteil des Denkmals ist auch das Wegekreuz vor dem Gräfenhof, das 1890 von den damaligen Hofeigentümern Carl Theodor und Barbara Hoven gestiftet worden war und ein unverzichtbares Dokument in der Geschichte dieses Hofs darstellt. Ähnlich zahlreicher Feldkreuze von Begleitbäumen umgeben, ist es ein charakteristisches Zeugnis für die Stifung von Kreuzen durch Besitzer großer Höfe, die das Kreuz an einen Grenzpunkt ihrer Ländereien aufstellen ließen, um damit nicht nur - wie hier in der Inschrift erwähnt - gott zu ehren und Schutz gegen feindliche Mächte zu erbitten, sondern auch das Zivilrecht zu unterstreichen. Künstlerisch ist es bedeutend als Beispiel für die stilistischen Veränderungen der Feldkreuzform von einer plastischen zu einer flächigeren, in ihren Formen sich wiederholenden Ausarbeitung.
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Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0