Hofanlage Scheuerhof

Grüner Kuhweg 21 · Flittard

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_0659
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungHofanlage Scheuerhof
Adresse Grüner Kuhweg 21, 51069 Köln
Baujahrum 1850
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 01.07.1980
Stadtteil Flittard

Scheuerhof, um 1850 erbaut; geschlossene Hofanlage.

Herrenhaus: Backstein geschlämmt, zwei Geschosse, fünf Achsen, Satteldach, Fensteröffnungen mit flachem Segmentbogen. Zweiflügelige Haustüre original, Fenster verändert, Klappläden im EG erneuert. Im Inneren original erhalten: Im Flur ornamentierter Fliesenfußboden, Holztreppe mit Antrittspfosten und gedrechseltem Geländer, sogenannte "Kölner Dekken" (verkleidet), Kellergewölbe. Rückseite: Backstein geschlämmt, vier Achsen, Fenster und Hoftüre verändert, Pumpe.

Wirtschaftsgebäude:

Westflügel: Ein- bis zweigeschossiges, geschlämmtes Backsteingebäude mit Gliederungen, Satteldach, zwei Heueinzüge, Wandöffnungen weitestgehend mit Segmentbogen, korbbogenförmige Einfahrt zugemauert, Ankersplinte, Holztore und -türen (teilweise auch in Eisen). Im Inneren original erhalten: Holzbalkendecken, im Kuhstall gemauerte Kappendecken und gußeiserne Stützen mit Trägerunterzug.

Südlicher Gebäudeteil (ehemalige Milchküche und Leutehaus): Originale Haustüre, Fenster verändert, Fenstervergitterungen. Im Inneren original erhalten: Holztreppe, Zimmertüren, Gewölbekeller.

Ostflügel: Zweigeschossiges, geschlämmtes Backsteingebäude, im nördlichen Bereich Fachwerk, Satteldach, Toröffnungen mit Segmentbogen, Fensteröffnungen teilweise verändert, Holztore, Maueranker. Im Inneren original erhalten: Holzbalkendecken.

Südlicher Gebäudeteil (ehemals Schweinestall, heute Wohnhaus): Fensteröffnungen mit Stichbogen, Türe und Fenster erneuert, neue Gauben. Inneres erneuert.

Ehemalige Scheune: Seitlich an den Ostflügel anschließend, Wiederaufbau, heute teilweise Wohnhaus; Backstein geschlämmt, zwei Geschosse, Satteldach, Wandöffnungen mit Stichbogen, Fenster, Tor und Türe erneuert.

Verbindungstrakt zwischen Scheune und Ostflügel: Eingeschossig, Backstein geschlämmt, Pultdach, Fensteröffnungen mit Stichbogen.

Nicht zum Denkmal gehören: Pferdestall (1968) und Remise (1980) am Nordflügel, eingeschossiger Aufbau im Innenhof (1965), Reithalle (1981), ehemaliger Tiefstall zwischen Reithalle und Hofanlage.

Freistehend, umgeben von Wiesen, inmitten von Ackerland und Waldparzellen, liegt der Scheuerhof - auch Schürhoff genannt - zwischen den Grenzen von Flittard und Dünnwald im Kölner Norden. Er gehört zu den wenigen Beispielen von Einzelgehöften im Kölner Raum, die ihre ursprünglich isolierte Lage bis heute bewahren konnten und ist daher städtebaulich unverzichtbar. Obwohl heute verwaltungsmäßig dem Stadtteil Flittard zugehörig, war der Scheuerhof über viele Jahrhunderte Eigentum des Klosters Dünnwald und eng mit dessen Geschichte verbunden.

Ortsgeschichtlich bedeutsam ist der Scheuerhof auch als Nachfolgebau einer mittelalterlichen Hofanlage, die bereits 1281 zum ersten Mal urkundlich erwähnt wird und zu den ersten Siedlungsdenkmälern im Dünnwalder Gebiet gehörte. Der Name "Scheuren" taucht 1662 in einer der ersten Eintragungen der Kirchenbücher auf. Baukünstlerisch folgt der Scheurenhof dem Typ der vierseitigen Hofanlage im preußischen Klassizismus mit einer regelmäßigen Achsengliederung des Herrenhauses und einer zweiflügeligen, aufwendig profilierten Haustüre in dessen Mittelachse.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0