Wasserburg Haus Haan

Zeisbuschweg 1 · Dünnwald

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_0707
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWasserburg Haus Haan
Adresse Zeisbuschweg 1, 51061 Köln
Baujahr1601, 1786, 18. bis 19. Jahrhundert
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 01.07.1980
Stadtteil Dünnwald

Herrenhaus: 1601 erbaut; freistehend, zwei Geschosse, je fünf Achsen, außer drei Achsen an der Südostseite, Putzfassade mit Werksteingliederung, Mansarddach mit zwei abgewalmten Giebeln (1786 Renovierung), erneuerte Sprossenfenster mit inneren Klappläden, zweiflügelige Eingangstüre mit Oberlicht (20er Jahre), Kellertüre nach historischem Vorbild erneuert. Im Inneren erhalten: Türe mit Oberlicht und originalen Beschlägen (Windfang); in der Eingangshalle Steinplatten, profilierte Holzvertäfelung und hölzerner Stützpfeiler, Decke mit Stuckgliederungen (alles 20er Jahre); originale, barocke Holztreppe, eingelassene Steintreppe mit den Jahreszahlen der Erbauung und der Renovierung (ANNO D(OMI)NI MDCI, REN MDCCLXXXVI); im Saal Natursteinboden, Kamin, hölzerner Treppenabgang zum Keller; Holzbalkendecke (zum Teil erneuert), im OG und DG Hohlkehlendecken, teilweise Zimmertüren und Laibungen, originales Gebälk im DG teilweise sichtbar. Keller: Hohes Ziegel- und Steingewölbe, zweigemauerte Brunnenanlage, Steintreppe. Stützmauer zu dem zweiseitig das Herrenhaus umgebenden Wassergraben in Bruchsteinmauerwerk; wieder hergestellte Bogenbrücke in Ziegelmauerwerk zwischen Herrenhaus und Vorburg.

Vorburg: Hufeisenförmig dem Herrenhaus vorgelagert; 18. und 19. Jahrhundert, ehemalige Stallgebäude und Scheune wieder hergestellt und in Wohngebäude umgestaltet, ein- bis zweigeschossig, backsteinsichtig, Satteldächer mit Schleppgauben, Dacherker, Wandöffnungen weitestgehend mit flachem Segmentbogen, Sprossenfenster, teilweise mit Schlagläden. Türen dem ländlichen Stil angepaßt. Inneres erneuert.

Im Hof Pflasterung, die ehemalige Dungstelle markierend. Zum Denkmal gehört auch der Wassergraben.

Ortsgeschichtlich bedeutend ist Haus Haan als einer der ältesten Siedlungskerne von Dünnwald. Am heutigen Standort ist bereits im Jahre 1230 ein Rittersitz nachgewiesen. Auf einen älteren Ursprung läßt schon die zweiteilige Anlage schließen, mit der auf einer erhöhten Insel gelegenen Hauptburg - dem Herrenhaus - und der hufeisenförmig angeordneten Vorburg, zu der die Wirtschaftsgebäude gehören. Als in sich geschlossener, barocker Baukubus mit einer noch in Teilen vorhandenen Innenausstattung ist die Wasserburg "Haus Haan" im rechtsrheinischen Köln einzigartig. Es bestehen lediglich Ähnlichkeiten mit den barocken Stadthäusern Mülheims. Während letztere durch Kriegseinwirkungen teilweise zerstört waren, ist das Herrenhaus vollständig erhalten geblieben und stellt somit ein unverzichtbares Dokument der Barockarchitektur in Köln dar.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0