Wohnhaus

Andersenstraße 2 · Holweide

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_0732
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Andersenstraße 2, 51067 Köln
Baujahr1920 bis 1928
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 20.07.1981
Stadtteil Holweide

Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Holweide und Köln. Es ist ein Bestandteil eines großen, noch weitgehend erhaltenen Siedlungskomplexes - der Märchensiedlung - der in den 20er Jahren dieses Jahrhunderts nach Plänen der Architekten Manfred Faber bzw. W. Riphahn gebaut wurde. Diese Siedlungsbebauung, die für eine in der nahen Großstadt Köln beschäftigte Bevölkerung (vornehmlich für Beamte) errichtet wurde, dokumentiert den Umwandlungsprozeß des einstigen Dorfs Holweide zu einem Kölner Wohnvorort.

Das o.g. Objekt dokumentiert einen bestimmten Haustypus, der mit Abwandlungen als Reihenhaus in der ganzen Siedlung immer wieder anzutreffen ist. Das Aneinanderreihen gleicher bzw. ähnlicher Baueinheiten ist dem in den 20er Jahren im Bauhaus entwickelten Baukastenprinzip verpflichtet. Danach entstehen je nach Bedarf zwei-, drei- und mehrteilige Hauszeilen mit ähnlicher Gesamterscheinung.

Das Haus Andersenstraße 2 bildet mit dem Nachbarhaus (Nr. 4) eine architektonische Einheit von zwei gleichen, zueinander spiegelbildlich konzipierten Häusern. Das o.g. Haus zeigt eine eingeschossige, dreiachsige Fassade, die in der zweiten Achse in einen hohen, leicht geschweiften Giebel mit Dreieckspitze überläuft. Zwei weit auseinander liegende, rechteckige Fenster im Erdgeschoß und ein gleiches im Giebelfeld (alle mit schrägen Laibungen) öffnen diese sonst dekorlose Fassadenfläche. In der ersten Achse liegt quer zum giebelständigen Gebäudeteil ein niedriger, zurück versetzter Eingangsanbau mit tief reichendem Satteldach. Ein rechteckiger Eingang mit originaler Eichenholztüre ergänzt den kleinstädtisch-romantisierenden Eindruck des ganzen Hauses. In der dritten Achse verläuft der rückversetzte Querbau in einen kurzen Anbau mit Walmdach. Eine Holztreppe, Zimmertüren, ein Kachelofen, Sprossenfenster und schwere Eichenholztüren dokumentieren die ursprüngliche, ästhetische und funktionale Einheit des Hauses.

Die Märchensiedlung war in der Absicht entworfen und gebaut worden, ein Wohngebiet mit in sich geschlossenem, ländlich romantischem Charakter einer Kleinstadt im Grünen zu schaffen. Diese "Gartenstadt" zeichnet sich durch unregelmäßig angelegte, scheinbar organische Gruppierungen von Einfamilienbauten mit Vorgärten (Gartenpfosten, Lattenzäune, Hekken) und großen, rückwärtigen Zier- und Nutzgärten aus.

Die ganze Anlage stellt ein hervorragendes Beispiel einer Verwirklichung der in den 20er Jahren aktuellen Gartenstadtvorstellung, die der Tradition der Idee einer heimatlich-romantischen "Idealstadt" verpflichtet ist, dar. Als integraler Bestandteil eines bestimmten, im Ensemble der Märchensiedlung vertretenen Haustypus ist der Erhalt de o.g. Objekts einschließlich der Einfriedung unverzichtbar.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0