Wohnhaus
Am Botanischen Garten 76 · Riehl
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_0818 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Am Botanischen Garten 76, 50735 Köln |
| Baujahr | um 1920 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 16.11.1981 |
| Stadtteil | Riehl |
Das Haus Am Botanischen Garten 76 ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Köln-Riehl, da es die Erstbebauung dieses nördlichen Kölner Vorstadtgebiets dokumentiert. Bereits vor Niederlegung der Maueranlagen um Köln wurde hier 1860 der Zoologische Garten angelegt, dem zwei Jahre später die etwas nördlich davon gelegene Flora folgte. Im Anschluß daran entstanden vor der Jahrhundertwende die ersten Wohnbauten, die an der Stammheimer Straße städtischen, sonst aber eher vorstädtischen Charakter besitzen (Villenviertel und Siedlungen). Im Stil sind die Häuser Dokumente des Bauwillens der bürgerlichen Mittelschicht. Die Straße Am Botanischen Garten ist eine zwischen Zoo und Flora gelegene Wohnstraße mit überwiegender Villenbebauung.
Das zweigeschossige Wohnhaus aus der Zeit um 1920 ist das Eckgebäude einer Folge von vier Reihenhäusern, die zu einem fast symmetrischen Gesamtkomplex zusammengefaßt wurden. Die Längsfront der Anlage zeigt zum Riehler Gürtel und wird durch die risalitartigen Vorsprünge der beiden Eckbauten gegliedert, ferner durch die schlichten, horizontalen Stuckgesimse, die den Baukörper auf allen Seiten geschoßweise unterteilen. Nur die Fenster und Eingangstüre des obigen Eckgebäudes, das von der Straße Am Botanischen Garten erschlossen wird, blieben im zeittypischen, verhaltenen ArtDeco-Stil erhalten und unterstreichen die charaktervolle Zurückhaltung des einem späten Neoklassizismus verpflichteten Putzbaues.
Die Eingangsfassade ist dreiachsig mit mittig vorgebautem Windfang und je drei gekuppelten Seitenfenstern. Die drei Fenster im ersten Obergeschoß werden auf Vorder- und Rückfront je zweifach wiederholt. Zum Riehler Gürtel ist im Erdgeschoß ein dreigliederiges Fenster.
Bemerkenswert ist die originale Gittereinfriedung auf Bruchsteinsockel, aus dem auch ein auf dem Grundstück aufstehendes Trafohaus gefertigt ist.
Im Inneren wurde der originale Ausbau größtenteils bewahrt. Die verglaste Zwischentüre zur Diele blieb, wie alle Türen im Haus, zeittypisch erhalten. Dekorative Stuckdecken sowie Parkettboden im Erdgeschoß zeugen vom anspruchsvollen Ausbaustandard, dem auch die Holztreppe mit Holzgeländer entspricht.
Städtebaulich sind von besonderer Bedeutung die Stilbeziehung zur gegenüber liegenden, 1931/32 von Böhm gebauten Kirche St. Engelbert und das spannungsvolle Untereinander zur teilweise expressionistischen Bebauung des Riehler Gürtels. Eingepaßt ist in den Bestand ein Trafohaus aus dem Steinmaterial der Einfriedung.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0