Wohnhaus

Berliner Straße 55 · Mülheim

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_0828
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Berliner Straße 55, 51063 Köln
Baujahrum 1880
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 19.11.1981
Stadtteil Mülheim

Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Mülheim, da es den Aufbauprozeß dieser, bis 1914 selbständigen, Stadt dokumentiert. Aufgrund der günstigen Verkehrslage (Rheinhafen, Straßen- und seit ca. 1850 Eisenbahnknotenpunkt) und der historisch-politischen Gegebenheiten (Tradition der religiösen Freiheit) entwickelte sich Mülheim im 19. Jahrhundert aus einer Gewerbestadt zum industriellen Vorort (Waggonfabrik Zypen & Charlier 1846, Bleiweißfabrik Lindgens & Söhne 1851, Walzwerk Böcking & Cie. 1872, Drahtseilerei Felten & Guilleaume 1874). Als Folge dieser Industrialisierung erlebte Mülheim einen wirtschaftlichen Aufschwung mit Bevölkerungszuwachs, der zur raschen Bebauung des bis dahin freien Geländes entlang der Hauptstraßen und in der Nähe der neuen Industrieanlagen führte.

Das dreigeschossige Wohnhaus Berliner Straße 55 wurde um 1890 errichtet. Es zeigt eine dreiachsige Stuckfassade mit Gliederung im Stil der italienischen Neurenaissance. Eine originale Hauseingangstüre ergänzt die ästhetische Einheit der Fassadengestaltung. Im Hausinneren sind erhaltenswürdig: Ein Stuckbogen im Hausflur, eine Holztreppe mit Holzgeländer, originale Wohnungseingangstüren und ein Wandschrank im Treppenhaus sowie die originale Grundrißstruktur der Wohnungen.

Das Objekt stellt das ehemals für Köln charakteristische Dreifensterhaus auf L-förmigem Grundriß dar. Zusammen mit dem Nachbarhaus Nr. 53 bildet es ein städtebauliches Ensemble zweier Dreifensterhäuser, die, von der Straße durch Vorgärten getrennt, ein Dokument der älteren und bescheideneren Bebauung dieser für Mülheim wichtigen Straße darstellen.

Diese Hausgruppe korrespondiert mit den Bauten Berliner Straße 19, 21, 41 sowie 36, 43 in Maß, Proportionen und Entstehungszeit.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0