Wohnhaus
Friesenplatz 11 · Neustadt/Nord
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_0975 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Friesenplatz 11, 50672 Köln |
| Baujahr | 1884 bis 1885 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 15.02.1982 |
| Stadtteil | Neustadt/Nord |
Das 1884/85 errichtete Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne von § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:
Ortsgeschichtlich bedeutend ist das Wohn- und Geschäftshaus als Zeugnis der 1881 ausgeführten Stadterweiterung Kölns, wobei die ursprüngliche "Ringstraße" das Kernstück der halbkreisförmig um die Altstadt angelegten, einmaligen Neugründung war. Der sechs Kilometer lange Prachtboulevard wurde von seinen Planern, den Aachener Architekten Josef Stübben und Karl Henrici, als eine "Kette festlicher Räume" in zehn Abschnitten von unterschiedlicher Breite und Gestaltung angelegt. Besonders im mittleren Teil der Ringe (s.a. Hohenzollernring) waren vor allem repräsentative Bauten, in denen ursprünglich nach Kölner Tradition nur eine Familie wohnte, bevorzugt. Der am Hohenzollernring gelegene Friesenplatz wurde im wesentlichen in den Jahren 1883-88 bebaut und mit einer Gartenanlage geschmückt. Wegen seiner, einem Papierdrachen ähnelnden, Form wurde er im Volksmund "Pattevugelsplatz" genannt.
Baugeschichtlich bedeutend ist das dreigeschossige, dreiachsige Traufenhaus mit Giebelgeschoß, Balkonvorbau und Seitenhaus als Beispiel einer Bauweise mit Stilelementen aus dem reichen Formenrepertoire der Renaissance sowie als großstädtischer Typ des sogenannten Kölner Dreifensterhauses.
Die rustiziert strukturierte Fassade wird gegliedert durch einfache und profilierte Gesimse mit ornamentierter Leiste sowie ein gekröpftes Traufgesims mit Klotzfries und bis zu den Gesimsverdachungen des zweiten Obergeschosses reichende Konsolen. Darüber befindet sich eine Attika in Form von Balustern. Die Mittelachse der Fassade wird ab erstem Obergeschoß zum einen durch ein reich geschmücktes, einen von breiten Konsolen getragenen Balkonvorbau einbindendes Aediculafenster und zum anderen durch das zu einem Flachrisalit vorgezogene, mit kannellierten Pilastern gesäumte Fenster des zweiten Obergeschosses und des weiteren durch den an barocke Tendenzen anklingenden, mit Voluten u.a. Ornamentik sowie einer gebrochenen Bekrönung dekorierten Mittelgiebel betont. Dieser wird von zwei originalen Dachgauben mit Voluten und Dreieckbekrönung flankiert. Die im zweiten Obergeschoß noch originale und im ersten Obergeschoß rekonstruierte Fensterteilung vervollkommnet die ästhetische Einheit der Fassade, die - trotz des z.T. veränderten Erdgeschosses - Proportion, Geschoßgliederung und Höhe des Gebäudes veranschaulicht.
Städtebaulich bedeutend ist das Objekt als markanter Blickpunkt an einer Platzsituation sowie als eines der wenigen hier noch erhaltenen Denkmäler (s.a. 21, 23 usw.) das mithilft, das ehemalige Erscheinungsbild des Friesenplatzes in Ansätzen zu bewahren und rekonstruierbar zu machen.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0