Gemeindehaus
Hachenburger Straße 7 · Humboldt/Gremberg
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_1004 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Gemeindehaus |
| Adresse | Hachenburger Straße 7, 51105 Köln |
| Baujahr | 1927 bis 1928 |
| Architekt / Planung | Artur Hahn |
| Eigentum | kirchliches Eigentum |
| Eingetragen seit | 04.05.1982 |
| Stadtteil | Humboldt/Gremberg |
Das Gustav-Adolf-Haus und das westlich anschließende Wohnhaus Hachenburger Straße 7 sind nach einheitlichem Plan in den Jahren 1927 bis 1928 errichtet worden. Ein damals geplantes, symmetrisch sich nach Osten anschließendes, kirchlichen Zwecken dienendes Gebäude ist damals nicht ausgeführt worden. Der heute dort stehende Bau wurde in den fünfziger Jahren errichtet. Er ist nicht denkmalwürdig im Sinn des Denkmalschutzgesetzes.
Architekt der Gesamtanlage war der Kölner Artur Hahn. Der denkmalwerte Charakter resultiert heute vor allem aus dem nahezu vollständig erhaltenen äußeren Erscheinungsbild des Bauwerks. Auf die Gestaltung der straßenseitigen Fassade hat der Architekt besonderen Wert gelegt. Ein reizvolles Zinkdach besitzt auch das westlich an das Gustav-Adolf-Haus anschließende Windfanggebäude, das den Eingang zum Wohnhaus Hachenburger Straße 7 schützt.
Das Wohnhaus selbst, ein dreieinhalbstöckiger Bau, erweist seine planerische und gestalterische Nähe zum Kirchengebäude durch die verwandte Materialwahl: Klinkermauerwerkstreifen und Wandfelder in Edelputz. Kirchengebäude und Wohnhaus sind durch ein brückenartig gestaltetes Verbindungsgebäude miteinander verbunden. Das südliche Pendant wurde in den zwanziger Jahren gleichfalls nicht errichtet, das heutige stammt aus der Nachkriegszeit. An den beiden Langseiten des Kirchengebäudes wechseln verputzte Felder mit verklinkerten Feldern, letztere im Bereich der dreibahnigen Fenster.
Durch die Einfügung in das Straßenbild der Hachenburger Straße war die Gemeinde für ihren damals neuen Kirchenbau an die geforderten Bauhöhen gebunden. Es verlangt dem heutigen Betrachter ein hohes Maß an Bewunderung ab zu sehen, wie der Architekt diese zunächst als Einschränkung empfundene Situation fruchtbar zu nutzen verstand. Gerade die dreiteilige, symmetrische Anlage, besonders das Absetzen der einzelnen Gebäudeteile voneinander, gleichzeitig jedoch ihre Verbindung durch niedrige Zwischenbauten, bringen das reichhaltige Erscheinungsbild hervor, das mit relativ geringem, ornamentalen Aufwand erreicht wurde. Die Saalkirche ist durch ihre Fenstergestaltung, durch den vorgelagerten Portikus, besonders aber durch den über Eck gesetzten, zierlichen Dachreiter, eindeutig die Dominante des dreiteiligen Ensembles.
Für den Arbeitervorort Humboldt markiert die evangelische Kirche, ähnlich wie der etwas trimphalere Kirchenbau der katholischen St. Engelbert Gemeinde einen wichtigen Punkt der Selbstdarstellung. Beide Sakralbauten entstanden nahezu gleichzeitig in den Stilformen des Expressionismus. Mit dieser, damals höchst modernen Stilfassung, versuchten beide Konfessionen, in der politischen wie ideologischen Auseinandersetzung gerade der zwanziger Jahre ihren Anspruch auf Mitgestaltung des öffentlichen Lebens zu dokumentieren.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0