Wohnhaus
Klettenberggürtel 9 · Klettenberg
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_1280 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Klettenberggürtel 9, 50939 Köln |
| Baujahr | um 1925 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 19.01.1983 |
| Stadtteil | Klettenberg |
Bei dem Objekt handelt es sich um eine von dem Architekten G.G. Falck errichtete Wohnhausgruppe mit Eckgeschäften: Siebengebirgsallee 99 - 105, Ölbergstraße 20, 6 - 12 sowie Klettenberggürtel 15 wurden um 1925 errichtet, Klettenberggürtel 9 - 13 um 1927.
Siebengebirgsallee 99 - 105, Ölbergstraße 20:
Die vier Häuser zur Siebengebirgsallee sowie das Haus Ölbergstraße 20 sind drei- bis viergeschossig und fünfachsig, das Eckhaus Siebengebirgsallee 105 besitzt drei Achsen zur Ölbergstraße. Die Putzfassaden schließen bei den mittleren drei Achsen über dem dritten Obergeschoß ab, bei der ersten und fünften Achse enden sie über dem zweiten Obergeschoß. Die dadurch gegebene Uneinheitlichkeit der Geschoßzahl wird durch die Fenster des Mansardendachs ausgeglichen. In den Mittelachsen sind die von rundbogigen Gewänden eingefaßten Hauseingänge mit originalen Haustüren vorhanden, darüber sind die bunt verglasten Flurfenster - ein Rundfenster und drei zu einer Erker-Achse mit dreieckförmigem Grundriß zusammengefaßte Fenster - angeordnet. Der dreiachsige, hochgezogene Mittelteil mit dem Erker stellt ein vertikales Gliederungselement dar, das durch geschoßverbindende Putz-Fenstergewände im Erdgeschoß und ersten Obergeschoß wieder aufgenommen wird.
Die symmetrische Gliederung eines jeden Einzelhauses wird im Großen an der Siebengebirgsallee durch eine Toreinfahrt in der Mitte der Häuserreihe wiederholt: Vorgärten mit originalen Mauern betonen den einheitlichen Charakter der Häuser.
Im Inneren der Häuser sind an originalen Ausstattungselementen Terrazzofußböden im Flur, Terrazzotreppen, Holzgeländer mit Holzläufen, die Wohnungsabschlüsse und - in den Wohnungen - Parkettfußböden und Zimmertüren erhalten.
Die hinter den Häusern angelegten Gärten sind von den Erdgeschoß-Wohnungen aus über Söller zugänglich.
Ölbergstraße 6 - 12:
Die Wohnhäuser Ölbergstraße 6 - 12 (ohne Vorgärten) stellen eine einfachere Variante des beschriebenen Haustyps zur Siebengebirgsallee dar: Nr. 6 ist dreiachsig und dreigeschossig, die Häuser Nr. 8 - 12 sind fünfachsig und drei- bis viergeschossig. Die sehr einfach gegliederten Putzfassaden reichen bei den drei Mittelachsen ein Stockwerk höher als bei den Außenachsen, der ungleichmäßige Fassadenabschluß wird durch das Mansarddach ausgeglichen. Geschoßverbindende Putz-Fenstergewände im Erdgeschoß und ersten Obergeschoß stellen vertikale Gliederungselemente dar, ebenso die drei hochgezogenen Mittelachsen mit ihren als dreieckige Erker auf Muschelkonsolen gestalteten, mittleren Treppenhausachsen.
Im Hausinneren sind die Terrazzofußböden im Flur, des weiteren die Terrazzotreppen mit Eisengeländern und Holzläufen, in den Wohnungen einige Zimmertüren in originalem Zustand.
Auch hier sind hinter den Häusern Gärten angelegt, die von den Erdgeschoßwohnungen aus über Söller erreichbar sind.
Klettenberggürtel 9 - 13, 15:
Die Wohnhäuser Klettenberggürtel 9, 11 und 13 sind viergeschossig, Nr. 9 ist fünfachsig, Nr. 11 und 13 sind siebenachsig. Die Backsteinfassaden sind durch Fenstergesimse und das etwas zurück versetzte dritte Obergeschoß horizontal gegliedert, eine Vertikalgliederung wird durch die zurück springenden, jeweils in der Fassadenmitte gelegenen Flurachsen sowie die Fensterteilungen erreicht. Die Flurachsen sind durch Partiken mit seitlich angebrachten Werksteinplastiken und originale Eingangstüren sowie durch Backstein-Ornamente zwischen den bunt verglasten Flurfenstern besonders betont.
Im Inneren der Häuser sind die Hausflure und Treppenhäuser in ähnlicher Weise ausgestattet: Gelbe Fußbodenfliesen, gelbe Wandkacheln, Terrazzotreppen mit Holzgeländern und Holzläufen und überwiegend originale Wohnungsabschlüsse mit Türgewänden, deren äußere Kanten von Schmuckkacheln mit stilisierten Blüten verziert werden, sind die wichtigsten Gemeinsamkeiten. In den Wohnungen sind zahlreiche Zimmertüren sowie die Fußbodenfliesen in der Küche in originaler Form erhalten.
Die Gärten hinter den Häusern sind von den Erdgeschoßwohnungen aus über Söller zu erreichen. Vor den Häusern sind breite Vorgärten, von originalen Mauern begrenzt, angelegt.
Das Wohn- und Geschäftshaus Klettenberggürtel 15 mit vier Geschossen, sieben Achsen zum Klettenberggürtel und drei Achsen zur Siebengebirgsallee weist eine ähnliche Fassadengliederung auf, wie die Häuser Nr. 9 - 13, zeigt jedoch hinsichtlich des Fassadenmaterials (ab erstem Obergeschoß Putz) eine deutliche Gemeinsamkeit mit den Häusern zur Siebengebirgsallee auf. Lediglich das Erdgeschoß ist in Backstein ausgeführt, seitlich des bunt verglasten, originalen Hauseingangs in der Mittelachse sind Werksteinplatten, an der Ecke eine einzelne Werkstein-Plastik angebracht. Der Haupteingang wird von zwei Nebeneingängen flankiert, die auf Altane hinausführen. Die drei mittleren Achsen der Obergeschosse sind etwas vorgezogen und an den Seiten zu Balkonen geöffnet. Die Bau-Fluchtlinie des Hauses ist vorgezogen, die Fenster der Außenachsen greifen um die Ecke.
Im Hausinneren sind die Wände des bis zum Stützbogen hallenartig gestalteten Flurs bis etwa zwei Meter Höhe mit Marmor verkleidet, die Restwandfläche sowie die Decke sind davon durch eine Stuckleiste abgesetzt. Der Fußboden ist mit gelben Platten belegt. Zu den Obergeschossen führt eine Terrazzotreppe mit Holzgeländer und Holzlauf, bunt verglaste Flurfenster zur Gartenseite, gelbe Wandkacheln und originale Wohnungsabschlüsse mit ornamentierten Kachelbändern an den Kanten der Türgewände sind weitere, originale Ausstattungselemente. In den Wohnungen sind die Zimmertüren in überwiegend originalem Zustand.
Die in expressionistischem Stil errichtete Wohnhausgruppe ist eine bauliche Schöpfung des Architekten G.G. Falck. Für jeden Straßenzug ist ein bestimmter Haustyp charakteristisch; diese Individualität wird jedoch durch allen Häusern gemeinsame Merkmale (z.B. Anordnung und Gestaltung der Hauseingänge und Fensteröffnungen, zahlreiche Innendetails, Gestaltung der Rückfronten, Gärten) eingeschränkt, so daß der Baublock durchaus als in sich geschlossen erscheint. Die Eckhäuser stellen hinsichtlich ihrer architektonischen Gestaltung Bindeglieder zwischen den einzelnen Straßenzügen dar. Dabei kommt dem Haus Klettenberggürtel 15 durch die Eck-Position, die auffälligen Altane sowie die qualitätvolle Innenausstattung eine übergeordnete Stellung innerhalb des gesamten Baublocks zu.
Die Wohnhausgruppe stellt bereits für sich alleine ein städtebaulich markantes Objekt dar. In seiner Wirkung wird es noch verstärkt durch die ähnlich gestaltete Bebauung im näheren Umkreis (Ölbergstraße 15, 19, Klettenberggürtel 50 - 56, 58). Das Objekt stellt ein Dokument für die nach dem ersten Weltkrieg entstandenen Siedlungsbauten mit offenen Innenhöfen dar, wie sie für die Vororte Sülz und Klettenberg typisch sind und vor allem im Bereich des Gürtels auftreten.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0