Wohnhaus

Kartäuserhof 9 · Altstadt/Süd

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_1342
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Kartäuserhof 9, 50678 Köln
Baujahrvor 1900
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 09.03.1983
Stadtteil Altstadt/Süd

Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen im Südteil der Altstadt (Severinsviertel), da es den verspäteten - und daher spezifischen - Ausbau und die Verstädterung dieses Viertels anschaulich dokumentiert. Zwischen den Industrieanlagen nahe des Rheinufers (z.B. Stollwerck), den großen Miethäusern innerhalb (z.B. Achterstraße) und außerhalb (z.B. Merowingerstraße) der Altstadtgrenze sind bis in die Gegenwart ganze Straßenzüge mit kleineren Einfamilienhäusern erhalten geblieben (Kartäuserhof, Brunostraße, Biberstraße u.a.) und dokumentieren damit den vielgestaltigen Charakter dieses Stadtteils in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts.

Der Bau ist ein für Köln charakteristisches Dreifensterhaus mit einer - um 1900 in der Jugendstil-Art - veränderten Fassade. In der Betonung des ersten Obergeschosses (relativ reiche Verzierung), im klaren Abschluß des Obergeschosses durch ein gebälkartiges Stuckgesims mit Fries in der Andeutung der Monumentalisierung (Vortäuschung der Eckquaderung) und in dem mit einem horizontalen Putzfeld geschmückten Traufgesims kommt eine seltene Mischform zwischen einem strengen - klassizistischen - aber bescheidenen Einfamilienhaus-Typs und einer monumentalisierenden Jugendstil-Prägung zum Ausdruck. Derart wurde ein nüchterner Bau, wohl aus den achziger Jahren, den ästhetischen Anforderungen der Jahrhundertwende angepaßt.

In einer stilistischen Übereinstimmung mit der Fassade ist auch die - weitgehend erhaltene - Innenausstattung des Hauses: Türe, Fenster, Stuckdekor und Lampe im Flur, Balkontüre in der Küche, sämtliche Fenster, Holztreppe mit Geländer.

Statt eines Anbaus findet man im Hof ein selbständiges, giebelständiges Haus in Backstein-Ausführung, das die ursprüngliche Funktionsbestimmung des Einfamilienhauses als eines mit der Möglichkeit der Gewerbeausübung dokumentiert.

In der Korrespondenz, in Maß und Proportion mit den Häusern Kartäuserhof 1 a bis 13, 2 und 6 dokumentiert sich einerseits die gleichzeitige Bebauung, andererseits die erfolgte Gestaltung dieses Straßenzugs im Prozeß der Industrialisierung dieses Stadtteils von 1870 (Kartäuserhof 1a und 1b) bis 1914 (Kartäuserhof 7). Die bescheidene Häuserhöhe (durchgehend dreigeschossig) prägt den ursprünglich kleingewerblichen Charakter dieser Straße.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0