Wohnhaus
Thielenstraße 6 · Ehrenfeld
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_1395 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Thielenstraße 6, 50825 Köln |
| Baujahr | 1910 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 29.03.1983 |
| Stadtteil | Ehrenfeld |
Bei dem Objekt Thielenstraße 2 - 8 / Platenstraße 43 - 45 handelt es sich um ein Baudenkmal im Sinne von § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:
Die 1910 erbaute Wohnhausgruppe ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Ehrenfeld. Sie ist in dem nördlich der Venloer Straße seit den siebziger Jahren als Wohngebiet erschlossenen Vorortbereich gelegen, in unmittelbarer Nachbarschaft zu den zahlreichen, großen Industriebetrieben im Süden der Venloer Straße. Die Objekte sind als Mietbauten für die in den Produktionsbetrieben arbeitende Bevölkerung errichtet worden und haben dem entsprechend einen bescheidenen Wohnungsschnitt und eine sparsame Innenausstattung. Sie sind typische Beispiele für die fortgeschrittene, industrielle Expansion Ehrenfelds nach der Jahrhundertwende und dokumentieren ein wichtiges Stadium der Vorortgeschichte.
Die Wohngruppe setzt sich aus drei- bis vierachsigen, einheitlich dreigeschossigen Miethäusern mit Giebelgeschossen zusammen, deren Fassade durch verhältnismäßig bescheidenen Stuckdekor im Jugendstil charakterisiert ist. Über einem verputzten Sockel ist durchweg ein rustiziertes Erdgeschoß angelegt, das erste und zweite Obergeschoß zeichnet sich jeweils insbesondere durch phantasievolle Stuckprofile, Bossenquaderung und überwiegend ornamentale Ziermotive in vielen Varianten (z.B. Festons, Rauten, Rosetten) als Fensterrahmen und bekrönungen sowie als Schmuck der Balkone aus. Aufwendiger ist der Schmuck der drei geschweiften Giebel gestaltet, die dem Eckbereich einen besonderen Akzent verleihen und in Kontrast zu den schlichten Giebelgeschossen ohne Ziergiebel in den Häusern der fortgesetzten Straßenseite gesetzt sind. Diese drei Giebel zeigen u.a. Stuckimitationen einer feinen Werksteinquaderung, kräftige Rahmenprofile, Blattwerkornamente in vielen Varianten, die auch über dem Portal des Ladeneingangs Ecke Platenstr. 43 / Thielenstraße 2 als Blickfang dienen.
Die Substanz im Inneren der Gebäude ist in weiten Teilen erhalten (Eingangstüren, Treppenhäuser, Wohnungs- und Zimmertüren, Stuckdecken), ist jedoch äußerst bescheiden gehalten (z.B. einfache Terrazzoböden, Holzgeländer, Sprossentüren mit Oberlicht, einfache Deckenstuckprofile). Die Fensterrahmen sind weitgehend original. Besonders hervorzuheben ist die originale, vielfarbige Verglasung mit geometrischem Muster im ersten und zweiten Obergeschoß von Haus Platenstraße 43.
Insgesamt bildet die Wohnhausgruppe mit ihrer weitgehend originalen Substanz im Inneren wie im Äußeren eine in sich geschlossene Einheit, die typische Stilmerkmale für eine Häuserblockgestaltung im Vorort Ehrenfeld zur Zeit um 1910 aufweist, zugleich jedoch als individuelle Architektur zu werten ist. Im Ensemble mit der übrigen, in weiten Teilen originalen Bebauung der Platenstraße (Nr. 47, 49, 40, 42, 44) ist die Anlage auch aus städtebaulicher Sicht erhaltenswert.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0