Pfarrhaus
Alte Wipperfürther Straße 53 · Buchheim
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_1442 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Pfarrhaus |
| Adresse | Alte Wipperfürther Straße 53, 51065 Köln |
| Baujahr | um 1890 |
| Eigentum | kirchliches Eigentum |
| Eingetragen seit | 14.04.1983 |
| Stadtteil | Buchheim |
Bei dem Objekt Alte Wipperfürther Straße 53 (Pfarrkirche von St. Mauritius) handelt es sich um ein Baudenkmal im Sinne von § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:
Das um 1895 errichtete Gebäude ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Mülheim (Buchheim). In den siebziger und achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts erlebte Mülheim einen großen, wirtschaftlichen Aufschwung. In den sechziger Jahren noch hatte der Ort nur 8000 Gemeindemitglieder, an die dreißig Jahre später waren es, bedingt durch die industrielle Entwicklung und Expansion des Handels, über 28.000. Die beiden vorhandenen Gotteshäuser, St. Mariä Himmelfahrt und St. Klemens, reichten daher allmählich für die Ansprüche einer derart großen Gemeinde nicht mehr aus, so daß man sich in den neunziger Jahren zu zwei Kirchenneubauten entschloß. Neben der Herz-Jesu Kirche wurde am 4. Juni 1894 von E. Blank mit dem Bau von St. Mauritius in Buchheim begonnen. In Buchheim ist seit dem 11. Jahrhundert eine Kirche nachgewiesen, die allerdings an ganz anderer Stelle als St. Mauritius errichtet war. Im 19. Jahrhundert verlagerte sich das Ortszentrum zunehmend nach Westen, wo auch das neue Gotteshaus errichtet wurde (vollendet 1896). Dabei ging das Patrozinium der alten Kirche auf den neuen Bau über.
Das vorliegende Objekt, der Kirche zeitlich wie stilistisch unmittelbar zugehörig, ist ein bedeutendes Dokument für die Entwicklung Mülheims (Buchheims) zu einem der wichtigsten Industrievororte Kölns.
Wie das Gotteshaus ist auch das Pfarrgebäude in neugotischem Stil errichtet. Der zweigeschossige Backsteinbau weist zwei Schaufassaden auf. Die zur Straße hin gelegene, zweiachsige Front zeichnet sich durch einen Risalit und ein Giebelgeschoß über der linken Achse aus, die zur Südseite der Kirche hin gelegene, dreiachsige Front ist in der Mittelachse durch einen Portalvorbau im Erdgeschoß und eine Wandvorlage im Obergeschoß hervorgehoben. Fenstereinfassungen und Mauerkanten (u.a.d. Risalit Straßenfront) sind in hellem Backstein vom dunklen Grund abgesetzt. Einen besonderen Akzent setzt ein profiliertes Stuckgesims zwischen Erdgeschoß und Obergeschoß, das sich mit den Fenstern verkröpft. Das Stufenportal mit eingestellten Säulen ist in Rotsandstein ausgeführt. Die Stich- und Spitzbogenfenster sind mit einer einfachen Kehlung versehen, das Traufgesims ist durch eine schlichte Backstein-Reliefierung geschmückt.
Die Innenausstattung des Hauses ist stilistisch dem Außenbau angepaßt. So finden sich neben spitzbogigen Durchgängen etwa polychrome Fußbodenfliesen mit gotischem Muster, darüber hinaus hat sich ein originales Treppenhaus mit Holzgeländer und gedrechseltem Antrittspfosten erhalten. Wenngleich die Zimmertüren und Fenster (bis auf das Giebelgeschoß) erneuert wurden, ist doch etwa der Grundriß des Gebäudes weitgehend unverändert geblieben und die Substanz insgesamt gut erhalten.
Zur Gartenfront hin (Rückseite der Straßenfront) finden sich ein zeitgenössischer Anbau sowie eine originale Einfriedung aus Backstein, die den Pfarrgarten vom Kirchengrundstück abtrennt. Zur Straße ist der gesamte Bezirk darüber hinaus durch eine weitere originale Einfriedung aus Stein mit Pfosten und Schmiedeeisengitter abgegrenzt.
Insgesamt ist das Gebäude in Stil und Materialwahl auf das Kirchengebäude abgestimmt, ebenso in einigen Detailformen (vgl. z.B. Backsteinreliefierung). Es fügt sich darüber hinaus mit dem ebenfalls im Stil der Neugotik gehaltenen, etwa gleichzeitig entstandenen Gebäuder der katholischen Grundschule zu einem Ensemble von besonderem, städtebaulichen Wert. Der Erhalt des Gebäudes durch Unterschutzstellung ist daher aus der Sicht der Denkmalpflege unverzichtbar.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0