Pfarrhaus
Danzierstraße 57 · Mülheim
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_1444 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Pfarrhaus |
| Adresse | Danzierstraße 57, 51063 Köln |
| Baujahr | um 1930 |
| Eigentum | kirchliches Eigentum |
| Eingetragen seit | 14.04.1983 |
| Stadtteil | Mülheim |
Das um 1930 errichtete Gebäude (Pfarrhaus der Herz-Jesu Kirche) ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Mülheim. In den siebziger und achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts erlebte Mülheim einen immensen wirtschaftlichen Aufschwung. In den sechziger Jahren noch hatte Mülheim nur 8.000 Gemeindemitglieder, an die dreißig Jahre später waren es , bedingt durch die industrielle Entwicklung und Expansion des Handels, über 28.000. So beschloß man in den neunziger Jahren, durch zwei Kirchenneubauten den Ansprüchen der Katholiken in Mülheim Genüge zu tragen. Neben St. Mauritius wurde 1893 mit dem Bau der Herz-Jesu Kirche an der Windmühlenstraße begonnen. Die in gotischem Stil von J. Busch aus Neuß errichtete Backsteinkirche wurde 1897 geweiht. Wegen seiner für den Vorort ungewöhnlichen Größe wurde der Bau bald als "Mülheimer Dom" bekannt.
Das vorliegende Objekt, erst gegen 1930 als Pfarrhaus der Kirche an ihrer Südseite zugeordnet, ist dem Stil des Gotteshauses angeglichen. Gemeinsam bilden die Gebäude eine Einheit, die als Dokumente für die Entwicklung Mülheims zu einem der bedeutendsten Industrievororte Kölns von besonderer Bedeutung sind.
Das dreiachsige, zweigeschossige Gebäude mit Giebelgeschoß ist stilistisch auf die in neugotischen Formen erbaute Kirche abgestimmt. Mit seinem Stufengiebel und seiner schlichten Backsteinfassade mit einfach profilierten Gesimsen (über den Fenstern, zwischen Erdgeschoß und erstem Obergeschoß) nimmt das Gebäude Elemente der gotischen Profanarchitektur auf.
Bei der Innenausstattung des Hauses wurde auf eine gotisierende Gestaltung verzichtet. Da hierbei auf eine stilistische Anpassung an den Kirchenbau verzichtet werden konnte, wurden Stuckaturen (Eingangsflur mit Rosette, Stützbogen auf dreifach abgetreppten Konsolsteinen, in den Räumen teilweise Hohlkehle mit Mittelrosette), Treppengeländer, Wohnungseingangs- und Zimmertüren ebenso wie auch die Haustüre und die Fenster im sachlichen Stil der Erbauungszeit (um 1930) gehalten.
Das Objekt war ursprünglich Teil eines größeren Gebäudekomplexes an der Südseite der Kirche, ein stilistisch einheitliches Ensemble, bei dem das Haus Danzierstraße 53 als eigentliches Pfarrhaus, die Häuser Danzierstraße 55 und 57 für die Kapläne konzipiert waren. Alle drei Gebäude bildeten einen großen Bausteinkomplex mit vier Giebeln (einer zur Danzierstraße, drei zur Südseite der Kirche) und waren auf die in neugotischen Formen errichtete Herz-Jesu Kirche abgestimmt. Die Häuser Nr. 53 und 55 wurden im zweiten Weltkrieg zerstört und in der Nachkriegszeit im Stil der fünfziger Jahre wieder aufgebaut. Als Relikt der ursprünglichen, architektonischen Gestaltung der Pfarrbauten um die Herz-Jesu Kirche ist das vorliegende Objekt daher von besonderem Denkmalwert. Zusammen mit dem Gotteshaus bildet es ein Ensemble von großer, städtebaulicher Bedeutung, dessen Erhalt durch Unterschutzstellung aus der Sicht der Denkmalpflege unabdingbar ist.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0