Wohn- u. Geschäftshaus
Goltsteinstraße 51 · Bayenthal
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_1519 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohn- u. Geschäftshaus |
| Adresse | Goltsteinstraße 51, 50968 Köln |
| Baujahr | um 1908 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 19.05.1983 |
| Stadtteil | Bayenthal |
Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Bayenthal, da es den Prozeß der Verstädterung dieses Kölner Vororts dokumentiert. Der seit der Niederlassung der Maschinenfabrik BAMAG (1860) entstandene Industrievorort bekam zwischen 1890 und 1910 eine ausgeprägt städtische Bebauung, die sich insbesondere in der Goltsteinstraße konzentriert.
Das viergeschossige Wohnhaus mit Ladenlokal (gebaut um 1908) zeigt eine sparsam geschmückte Putzfassade in geometrischem Jugendstil. Über einem horizontal gefugten Erdgeschoß mit Sockelgesims erhebt sich eine vierachsige Fassade, die vertikal von je einem Putzpilaster umrahmt und von einem breiten Ziergiebel mit vier schmalen Fenstern bekrönt wird. Die beiden Pilaster finden ihren oberen Abschluß an einem einfachen Traufgesims, das sowohl ein Mansarddach als auch den Giebel von der Mittelzone der Fassade trennt. Die Fensterbrüstungen des ersten Obergeschosses sind horizontal durch ein Gesimsband mit quadratischen Putzfeldern zusammengefaßt. Diese Zusammenfassung wiederholt sich als Bekrönung der Fenster im zweiten Obergeschoß. Die Vertikalität der ganzen Fassadengliederung wird durch die Einfassungen der beiden übereinander liegenden Fenster der beiden Obergeschosse durch Profilbänder betont. Zwei Putzbänder mit je einer eliptischen Rosette an den Fensterbrüstungen und einer Girlande zwischen den Fenstern des zweiten Obergeschosses gehören zum sparsamen Fassadendekor. Eine auffällige Einzigartigkeit entsteht durch die Asymmetrie des Mittelfeldes, die durch unterschiedlich breit ausgebildete Fensterachsen entsteht und sich in den Dekorformen fortsetzt. Diese - in solcher Form ungewöhnliche - Unregelmäßigkeit entstand wohl als Folge der Wohnraumaufteilung.
Originale Terrazzotreppe mit Holzgeländer, Terrazzofußboden, Wandfliesen und Stuckgurtboden mit Jugendstildekor im Eingangsbereich und Wohnungstüre mit Oberlicht bezeugen die ursprüngliche Ausstattung des Hausinneren.
Städtebaulich bietet die Goltsteinstraße als ganzes ein geschlossenes Bild einer historisch gewachsenen Bebauung an, deren Bestandteil das Haus Nr. 51 ist. Im Besonderen bildet es mit dem Nachbargrundstück (51a) ein gleichzeitig gebautes Ensemble (die Rückfront zeigt ein für beide Häuser gemeinsames Mauerwerk) von zwei individuell gestalteten Jugendstilhäusern. In Korrespondenz in Maß, Proportion und Stil steht das Haus in enger Beziehung mit den Häusern Goltsteinstraße 28 - 36, 46, 53 und ist daher auch aus diesem Grund durch die Unterschutzstellung zu erhalten.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0