Wohnhaus
Heßhofstraße 12 · Vingst
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_1522 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Heßhofstraße 12, 51107 Köln |
| Baujahr | um 1924 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 25.05.1983 |
| Stadtteil | Vingst |
Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Vingst, da es den späten Verstädterungsprozeß des ehemaligen Agrargeländes dokumentiert. Mit der Entwicklung der Industrie im benachbarten Kalk wurde Vingst in den ersten zwei Jahrzehnten dieses Jahrhunderts zum Arbeiterwohnort mit fast siedlungsmäßig angelegten Straßenzügen.
Das dreieinhalb-geschossige Wohnhaus mit einem Geschäftshaus im Hinterhof ist 1926 gebaut. Seine weitflächige, vierachsige Putzfassade zeigt eine stilecht erneuerte Polychromie (rosa-grau) mit sparsamem Stuckdekor (profilierte Fenster-, Tür- und Toreinfassungen, Ziergestaltung der Eingangspartie, stilisierte Blumensträuße im zweiten Obergeschoß). Durch ein schmales Gesims wird ein Putzsockel und durch ein Gesimsdach eine Attikazone des Halbgeschosses von der übrigen, somit ungegliederten Fassade abgetrennt. Das Attikageschoß bekommt durch farbige Klappfensterläden einen selbständigen Charakter.
Eine gewisse Belebung der sonst ruhigen Fassade erfolgt durch eine Ausgestaltung des rechts liegenden Eingangs- und Hofeinfahrtbereichs: Die dritte Achse des Erdgeschosses ist von einem Fenster links und der Eingangstüre rechts flankiert, zwischen diesen beiden Öffnungen befindet sich ein Putzfeld mit stilisierter Darstellung von Druckwerkzeugen und einem Monogramm. Diese ganze Partie ist mit einem Gesimsbalken überdacht und bildet zusammen mit einem rechteckigen Einfahrttor mit Oberlicht sowie der Haustüre (beide kassettiert) eine ästhetisch selbständige Einheit.
Die Toreinfahrt führt in einen Hinterhof, wo sich ein dreigeschossiges Geschäftshaus (Druckerei) befindet, wodurch auch die Rückfront des Wohnhauses zur halböffentlichen Angelegenheit geworden ist und als solche fassadenmäßig ausgestaltet ist: Mit sieben Achsen Attikageschoß (4. - 5. Achse), kurzem Hofanbau (7. Achse) und einer Loggia je Geschoß (6. Achse) bietet sie, weiß verputzt mit kurzen, grauen Fenstergesimsen, ein asymmetrisches und vielfältig strukturiertes Bild an.
Originale Fenster, Wohnungstüren mit Oberlicht, Zimmertüren, Terrazzotreppe mit Holzgeländer im Inneren des Hauses gehören zur ästhetischen Einheit des Gebäudes.
Die einfache Fassadengliederung, der sparsame Umgang mit stilisiertem Dekor, die vielfältige Zergliederung der Rückfassade und die ausdrucksstarke Polychromie der Hauptfassade lassen die äußere Hausgestaltung als ein Resultat von zwei, damals aktuellen, Stilprägungen erscheinen: Der des Expressionismus einerseits und der des Funktionalismus andererseits. Das Besondere ist, daß diese, damals sonst recht übliche Stilkombination an einem einzelnen Privatbau angewendet worden war.
Der funktionalistische Einfluß setzt sich in der städtebaulichen Bedeutung des Objekts fort: Das Nachbarhaus Heßhofstraße 14 - 16, aber auch die weiter entfernten Häuser Nr. 28ff zeigen eine klare Tendenz zur neuen Sachlichkeit. Zusätzlich bildet die ganze Bebauung dieser Straße eine städtebauliche Einheit (Haushöhe, Dachausbau bzw. Attikageschoß, Straßenbepflanzung, Geradlinigkeit usw.), die einer Siedlungsanlage nahe kommt. Für den sonst an Denkmälern armen Vorort Vingst ist dieses Areal von besonderer Bedeutung.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0