Pfarrhaus
Eiler Straße 98 · Kalk
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_1538 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Pfarrhaus |
| Adresse | Eiler Straße 98, 51107 Köln |
| Baujahr | um 1898 |
| Eigentum | kirchliches Eigentum |
| Eingetragen seit | 28.06.1983 |
| Stadtteil | Kalk |
Das um 1898/1900 errichtete Pfarrhaus von St. Cornelius ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Köln-Rath/Heumar. Rath, erst 1975 mit Heumar verbunden, kann seine Geschichte bis in die römisch-germanische Zeit zurückführen. 1019 ist erstmals urkundlich die Kirche erwähnt, die ursprünglich wohl zum Durchhäuserhof gehörte. Diese Kirche wurde Ende des 17. Jahrhunderts zur Pfarrkirche erhoben. Einziger Rest des 1825 abgebrochenen, mittelalterlichen Gotteshauses ist der sogenannte "alte Turm" aus dem 12. Jahrhundert.
Wenige Meter südlich wurde schließlich 1833/34 ein Neubau in romanisierendem Stil errichtet, der 1880/81 um ein Querhaus und einen Turm erweitert wurde. Dem neuromanischen Kirchenbau wurde südlich in der Zeit um 1898/1900 das Pfarrhaus zugeordnet, das neben Rundbogenfenstern in romanisierendem Stil auch gotisierende Elemente aufweist (Giebel, Spitzbogenfenster, originale Hauseingangstüre).
Der Abbruch der alten Kirche und der Bau eines größeren Gotteshauses steht in unmittelbarem Zusammenhang mit der Überführung einer Reliquie des Heiligen Cornelius nach Rath/Heumar im Jahr 1818, wodurch seither alljährlich eine große Zahl von Wallfahrern den Ort besuchen. Kirche und zugehöriges Pfarrhaus sind damit wichtige Zeugnisse für die Bedeutung und unabhängige Entwicklung des erst 1914 nach Köln eingemeindeten Orts.
Das Gebäude aus Backstein präsentiert sich giebelständig zur Eiler Straße. Die unsymmetrisch konzipierte Schaufassade mit drei Achsen wirkt vor allem durch die abwechslungsreiche Gestaltung der Fensterformen und -größen. Als geschoßtrennendes Element ist ein Reliefband aus Ziegeln eingesetzt, das sich mit dem Risalit in der Mittelachse verkröpft. Das Giebelgeschoß ist nicht durch ein architektonisches Dekor sondern durch die Statue einer Muttergottes mit Kind hervorgehoben. Außen wie innen hat da Gebäude seine originale Substanz außerordentlich gut bewahrt. Neben den originalen Sprossenfenstern mit Vergitterung und Innenläden (nur im Obergeschoß) und einer Hauseingangstüre aus den dreißiger Jahren (die originale, neugotische Türe auf dem Speicher vorhanden) ist der gesamte Grundriß des Hauses intakt übernommen. Außer der originalen, hölzernen Treppenanlage (mit Antrittspfosten) sind großenteils auch noch die originalen Türen vorhanden.
Das Gebäude bildet zusammen mit der Kirche ein Ensemble von besonderem, städtebaulichen Wert. Diesem Ensemble zugehörig ist auch eine Madonnenfigur aus dem späten 19. Jahrhundert, die im Garten zwischen Gotteshaus und Pfarrhaus aufgestellt ist. Aus der Sicht der Denkmalpflege ist die Unterschutzstellung des vorliegenden Objekts sowie der Madonnenfigur unverzichtbar.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0