Wohnhaus
Bonifazstraße 3 · Bayenthal
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_1616 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Bonifazstraße 3, 50968 Köln |
| Baujahr | um 1905 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 27.09.1983 |
| Stadtteil | Bayenthal |
Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Köln-Bayenthal, da es die Geschichte der Besiedlung dieses Orts dokumentiert. Der südlich der ehemaligen, preußischen Umwallung von 1888 gelegene Industrievorort ist seit 1860 mit der Niederlassung der Maschinenfabrik BAMAG entstanden und nach der Bebauung des ehemaligen Fabrikgeländes mit Wohnhochhäusern durch seine Nähe zum Rhein und zum Villenvorort Marienburg im Wohnwert erheblich aufgewertet worden.
Durch relativ geringe Kriegsbeschädigungen und auch geringe planerische Eingriffe der Nachkriegszeit blieb ein großer Teil der alten Bausubstanz aus der Zeit vor der Jahrhundertwende erhalten. So behielten nicht nur einige Straßenteile sondern ein - wenn auch eng begrenztes - Straßennetz seinen beziehungsreichen und sehr differenzierten Charakter. In diesem wenig gestörten, originalen Stadtbereich ist das Gebäude erhaltenswert.
Das um 1905 erbaute, dreigeschossige Mietstockwerkgebäude ist noch stilistisch dem Historismus verhaftet. Es entspricht vom Typ her dem Kölner Dreifensterhaus, überrascht jedoch durch die Vielfalt der verwendeten Materialien und die Fassadenausschmückung.
Über einem Werksteinsockel mit stichbogenüberwölbten Kellerfenstern steht das Erdgeschoß mit flach rustiziertem Stuck, in den zwei spitzbogenüberwölbte Fenster eingefügt sind. Darüber läuft unter dem Fensterbankgesims des ersten Obergeschosses ein etwa 50 cm hoher Stuckfries, der ornamentales Blattwerk und Vasen zeigt. Über diesem horizontalen Abschluß der Erdgeschoßzone ist die Fassade glatt verputzt; die Ornamentik um die Fenster übernimmt jetzt das Ziegelmauerwerk.
In den linken beiden Achsen werden die stichbogenüberwölbten Fenster durch Backsteinrahmen eingefaßt. Die rechte, breitere Fensterachse wird über zwei Geschosse von einem durchlaufenden Ziegelband gerahmt, wobei die Fenster zusammen mit der Brüstung etwas zurück springen. Das wohl von der schmalen Straße her beeinflußte Schmuckmotiv nimmt die gotisierende Ornamentik der Erdgeschoßzone durch Arkadenbänder in der Brüstung auf, wobei der Rundbogen des Fensters des ersten Obergeschosses geschickt integriert wird. Zwei unterschiedlich große, originale Dachgauben im Mansarddach sind noch über dem schmalen Dachgesims sichtbar.
Der für die einfache Lage reiche und vielfältige Schmuck des Gebäudes - vielleicht in Konkurrenz mit den Nachbarhäusern 1 und 5 - setzt sich im Eingangsbereich fort. Wandfliesen in Jugendstil wurden mit Terrazzoboden und flachem Wand- und Deckenstuck aus Korbbogenbändern kombiniert. Hinter dem kannelierten Stützbogen setzt die Terrazzotreppe mit Holzgeländer an, die in die teilweise noch original (mit Wohnungs- und Zimmertüren) erhaltenen Wohnungen führt. Im Erdgeschoß wurden in der Wohnung noch Stuckrosetten an der Decke sowie originale Fliesen in der Küche angetroffen.
Das Haus Nr. 3 steht in einer Zeile mit gut erhaltenen Nachbargebäuden der gleichen Stilperiode, die der schmalen Bonifazstraße den originalen Charakter erhalten haben. Das Gebäude ist deshalb für diesen Straßenraum unverzichtbar.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0