Wohn- u. Geschäftshaus

Goltsteinstraße 32 · Bayenthal

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_1620
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohn- u. Geschäftshaus
Adresse Goltsteinstraße 32, 50968 Köln
Baujahrum 1905
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 27.09.1983
Stadtteil Bayenthal

Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Köln-Bayenthal, da es die Geschichte der Besiedlung dieses Orts dokumentiert. Der südlich der ehemaligen preußischen Umwallung von 1890 gelegene Industrievorort ist seit 1860 mit der Niederlassung der Maschinenfabrik BAMAG entstanden und ist nach der Bebauung des ehemaligen Fabrikgeländes mit Wohnhochhäuern durch seine Nähe zum Rhein und zum Villenvorort Marienburg im Wohnwert erheblich aufgewertet worden.

Durch relativ geringe Kriegsbeschädigungen und auch geringe planerische Eingriffe der Nachkriegszeit blieb ein großer Teil der alten Bausubstanz Bayenthals aus der Zeit vor der Jahrhundertwende erhalten. So behielten nicht nur einige Straßenteile sondern ein - wenn auch eng begrenztes - Straßennetz seinen beziehungsreichen und sehr differenzierten Charakter. Die Goltsteinstraße ist mit der originalen und architektonisch reizvollen Bausubstanz überwiegend erhalten geblieben, so daß das Gebäude aus städtebaulicher und architektonischer Sicht erhaltenswert ist.

Das um 1905 erbaute Wohn- und Geschäftshaus hat drei Geschosse und vier Achsen. Das Dachgeschoß ist durch zwei größere Zwerchgiebel akzentuiert, die über der rechten und der linken Zwischenachse stehen. Das einfach und flächig stuckierte Gebäude besitzt in den Obergeschossen noch die originalen Fenster. Dazwischen sind die Gewände pfeilerartig horizontal gefugt, wobei unterhalb des Dachgesimses der flache, über die gesamte Breite der Wand gezogene Fries als Schnur- und quastengeschmückte Kapitelle dieser Pfeiler wirken. Die Brüstungsfelder zwischen dem geraden Sturz der Fenster des ersten Obergeschosses und dem knappen Fensterbankgesims der Fenster des zweiten Obergeschosses sind mit wappenartigen Flachreliefs in Stuck geschmückt.

Den reizvollsten Schmuck tragen jedoch zweifellos die beiden Dachgauben, die mit reicher, floraler Stuckierung und dem barocken Schwung von Dachbekrönung und Ornamentik dem Haus seine eigentliche Wirkung verleihen. Das Mansarddach weist im vorderen Teil noch die originale Biberschwanz-Eindeckung auf.

Der Eingang hat seinen originalen Charakter mit historisierendem Wand- und Deckenstuck bewahren können (Rosetten an der Decke). Der Boden ist in ornamentiertem Terrazzobelag ausgeführt, der von der Terrazzotreppe mit Holzgeländer weitergeführt wird.

Das Gebäude bildet mit dem Haus Nr. 34 eine architektonische Einheit auch insofern, als es um einen gemeinsamen Innenhof gebaut wurde. Die Gesamtanlage ist einschließlich der Hinterhausbebauung, die den Innenhof vollständig umschließt, insofern erhaltenswert, als durch seine Ausrichtung nach Süden und ein abschließendes Gärtchen auch das Hinterhaus in der Wohnqualität aufgewertet wird. Die gelben Ziegelbänder im roten Backsteinmauerwerk geben den rückwärtigen Fassaden eine einfache Feinstruktur.

In den Wohnungen haben sich die Wohnungs- und Zimmertüren original erhalten.

Städtebaulich ist die Goltsteinstraße durch die Originalität ihres Straßencharakters bemerkenswert, die sie der fast vollständigen Erhaltung ihrer Randbebauung aus der Jahrhundertwende verdankt. Sogar die Pflasterung der Straße wurde beibehalten. Zur Dokumentierung ihres originalen Wohn- und Geschäftscharakters ist auch das o.g. Gebäude unverzichtbar, das im Haus Nr. 34 vom Grundriß her seine kongruente Entsprechung findet.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0