Hofanlage Heckhof

Heckhofweg 146 · Bilderstöckchen

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_1622
Typ Kleindenkmal
BezeichnungHofanlage Heckhof
Adresse Heckhofweg 146, 50739 Köln
Baujahrum 1895
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 27.09.1983
Stadtteil Bilderstöckchen

Der von 1810 bis etwa 1905 in der vorhandenen Form errichtete Heckhof liegt im Norden Kölns in Köln-Bilderstöckchen und ist vom Umfang her den großen Hofgütern zuzuordnen. Das Herrenhaus von 1845 liegt seitlich am linken Kopf der Längsseiten des Hofgevierts und ist im Stil einer italienischen Renaissance-Villa errichtet. In der Längsachse weist der wohlproportionierte Bau sieben und in der Querseite fünf Fensterachsen auf. Der zweigeschossige Trakt wird mit einem Mezzaningeschoß abgeschlossen, dessen kreisrunde Öffnungen (Tondi) ihm ein sehr prägnantes Aussehen verleihen. Das Walmdach wurde nicht ausgebaut.

Hofseitig ist die in der Mittelachse gelegene, original erhaltene Türe durch eine kleine, zweiseitige Treppe erreichbar. Zur Gartenseite hin ist dem Durchgangsflur der Mittelachse eine Veranda vorgebaut (um die Jahrhundertwende), die sicher zeitgleich ist mit dem großen, hofseitigen Treppenhausfenster, dessen Bleiverglasung das bekannte Mulet'sche Gemälde "Das Abendläuten" wiedergibt. Zum Hof ist das Herrenhaus mit einer Backsteinfassade mit Fensterumrahmungen und Gesimsen in Werkstein versehen. Auf beiden Seiten springt je eine Fensterachse gegenüber den fünf mittleren Achsen zurück.

Die Parkfronten sind verputzt, hier sind die Fenster durch Stuckrahmen eingefaßt, in den Ecken wird eine senkrechte Rustizierung angedeutet.

Der dreiachsige Veranda-Anbau des Erdgeschosses stammt sicher von einer späteren Erweiterung des Hofs, in der auch das Kutscherhaus zum Heckweg hin mit seinen charakteristischen, in Werkstein gefaßten Fenstern errichtet wurde.

Die gesamte Hofanlage ist ebenfalls in Ziegeln in späterer Zeit errichtet worden, wobei ein Vorhof, bestehend aus Kutscher- und Gesindehaus, und der Haupthof mit seitlichen Stallgebäuden und abschließender Scheune geschaffen wurde. Die Eingänge zum Haupthof bilden an der Vorder- und an der Rückseite große Torbögen.

Ein Wegekreuz ist inschriftlich 1860 datiert und steht an der teilweise originalen Hofmauer. Ein kleines Gesindehaus schließt sich nördlich an das Herrenhaus an.

Im Inneren weist der breite, achsial durchquerende Eingangsflur des Herrenhauses reiche, formengewölbte Stuckdecken auf, die in der Mitte durch den ebenfalls gewölbten Querflur ein quadratisches Kreuzgewölbe ergeben. In der Querachse liegt das Gesindetreppenhaus, während die originale Haupttreppe aus Holz mit Holzgeländer im stuckierten und vertäfelten Hauptflur liegt. Die Verkleidungen der Wände bis Brüstungshöhe in Holz, breite Fußleisten, Wandgesimse und Glastüren zu den Wohnräumen sind original erhalten oder nach dem Original ergänzt. Die Decken in den Wohnräumen weisen zum Teil originale Rosetten oder Eckverzierungen auf, auch die Kehlleisten wurden wieder hergestellt. Die Wiederherstellungsmaßnahmen wurden 1983 im Herrenhaus im wesentlichen abgeschlossen. Im Obergeschoß blieb im großen Raum zum Garten hin die Ornamentik des späten 19. Jahrhunderts sichtbar.

Sehr eindrucksvoll ist der Keller, dessen Deckengewölbe dem kreuzförmigen Grundriß des Gebäudes folgen. Die Tonnengewölbe des Quer- und Längsflurs sowie die weit gespannten Gewölbedecken der vier Seitenflächen sind in Ziegelstein in außerordentlich sorgfältiger Arbeit gemauert.

Der Park wird teilweise mit der originalen Ziegelmauer eingefaßt und verfügt über alten Baumbestand (Blutbuchen).

Das zum Herrenhaus rechtwinkeling stehende zweite Wohnhaus von 1870 hat zum Vorhof eine zweigeschossige, fünfachsige, repräsentative Fassade mit Eingang in der Mittelachse. Die schlichte Stuckierung besteht aus der Rustizierung des Erdgeschosses, den Diamantquadern und Fenstergesimsen des zweiten Geschosses und schließlich der feinen Gebäudeprofilierung der Stichbogenfenster. Das Motiv des Diamantquaders wird auf der holzgeschnitzten Eingangstüre wieder aufgenommen. Die Rückfront dieses Wohngebäudes zum Wirtschaftshof ist aus Ziegelstein mit sparsamer Werksteinornamentik.

Der zwischen Vorhaof und Park gelegene, kleine, lang gezogene Wirtschaftstrakt mit ausgebautem Mansarddach überrascht durch seine mehrteilige Werkstein-Fenstergliederung in Jugendstil und seinen hohen Ziergiebel.

Von der Umgebung her ist der Hof leider durch Veränderungen des 19. und vor allem des 20. Jahrhunderts in seiner Lage beeinträchtigt. Die nahe Autobahn nach Norden, westlich des Hofs, und das links an den Hof herandrängende Gewerbegebiet mit Kiesgruben zum Süden und Osten lassen das von Bäumen umgebene Hofgut als Insel erscheinen, vor der nur noch wenige Felder und Wiesen und der alte Park liegen. Ein Wegekreuz mit der Jahreszahl 1860 steht noch an der teilweise originalen Hofmauer zum Heckweg.

Es steht dennoch außer Zweifel, daß dieses Hofgut erhalten werden muß, ist dieses Anwesen am Rand einer teilweise zerstörten Landschaft doch Dokument eines eher romantisierenden, ländlichen Bauens, wodurch die Gegensätzlichkeit zu heute noch schärfer akzentuiert wird. Das Hofgut ist auch Dokument eines städtischen und kulturellen Einflüssen offenen Bauens zwischen 1840 und 1900, was die formalen Anlehnungen und Anspielungen an italienische und französische Kunst beweisen. Die direkte Sichtbeziehung zum Kölner Dom, vom Herrenhaus aus, ist sicher kein Zufall.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0