Wohn- u. Geschäftshaus

Elsaßstraße 6 · Neustadt/Süd

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_1660
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohn- u. Geschäftshaus
Adresse Elsaßstraße 6, 50677 Köln
Baujahr1889
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 06.10.1983
Stadtteil Neustadt/Süd

Die Elsaßstraße liegt im Süden der vierten Stadterweiterung Kölns, die ab 1881 bis etwa 1910 nach den Plänen der Aachener Stadtbaumeister Henrici und Stübben durchgeführt wurde. Sie wurde als Wohnstraße für Arbeiter in enger Nachbarschaft zu Straßen mit höchstem, repräsentativen Anspruch geplant und ausgeführt. Der weite Straßenraum bildet mit seiner viergeschossigen Bebauung einen lichten, etwa quadratischen Querschnitt. Die Straßenebenen werden einerseits vom Baumbestand der Lothringer Straße und deren Vorgärten, andererseits vom Baumbestand des Sternplatzes an der Bonner Straße optisch geschlossen.

Das Gebäude wurde im Jahr 1881 als viergeschossiges, fünfachsiges Wohn- und Geschäftshaus mit einer zweifarbigen Klinkerfassade errichtet. Die Straßenansicht besteht aus einem Klinker-Verblendmauerwerk. Farbgebung und Plastizität wurden erreicht durch den gleichmäßigen Wechsel horizontaler, gelber und roter Bänderung im Verhältnis sechs zu zwei, dessen regelmäßiger Rhythmus als Hinweis auf die Geschoßebenen bzw. auf den Dachanschluß von schmaleren, vierlagigen Streifen gelber Klinker unterbrochen ist. Als zweites Element der horizontalen Gliederung wurden aus roten Ziegeln streifenfürmige Gesimse gemauert, die an den seitlichen Begrenzungen der Fasssade untereinander zu Rahmen verbunden sind. Der Erdsockel am Bürgersteig besteht aus roten Ziegeln, die am Boden aus Basalt-Haustein, aus dem auch die Schwelle des Hauseingangs und die Prellsteine der Wageneinfahrt hergestellt sind, oberhalb mit einem Profil, ebenfalls aus Basalt, gefaßt sind. Das Stockwerkgesims oberhalb des Erdgeschosses schließt erst mit dem Fensterbankgesims am ersten Obergeschoß ab und steigert damit die Höhenwirkung des ohnehin hohen Erdgeschosses, das eine Werkhalle umschließt. Die Rahmung des unteren, schmaleren Teils dieses Gesimses umschließt ein Bandornament aus stilisierten Blüten in den Farben gelb und dunkelrot, die mit hellblauen Bändern kreisförmig umschlungen sind. Das Gebäude schließt oberhalb mit einem Dachüberstand ab, der über dem zweiten Obergeschoß von einem rahmenförmigen Gesims eingeleitet wird. Der somit beschriebenen, vielfältigen, horizontalen Gliederung sind die Vertikalen der Fensterachsen als architektonisch entscheidend wirkungsvolle Elemente entgegen gesetzt. Die Vertikalität der Fensterachsen, die letztlich in den Dachgauben mündet, wird durch die von unten nach oben, von Geschoß zu Geschoß verminderten Fensterhöhen und die dadurch erzielte Betonung der Höhenwirkung unterstrichen. Die flachen Mauerbogen über den Fenstern, dem Hauseingang und der Wegeeinfahrt mit ihren gelb und rot wechselnden und an der Vorderkante abgerundeten Sturzmauerungen unterstützt diese Wirkung.

Die hohe Werkhalle des Erdgeschosses mit Zugang durch ein Tor unter der zweiten und dritten Fensterachse von links besteht aus einer preußischen Kappendecke in diagonaler Mauerung auf Unterzügen und gußeisernen Rundsäulen mit Schaftringen. Pfeiler, Boden und Gewölbe des Kellers bestehen aus Ziegelmauerwerk. Das im Stockwerkgesims über dem im Erdgeschoß beschriebenen Bandornament wiederholt sich als Randrahmung des Fliesenbelags im Hausflur. Das Muster besteht im übrigen aus sich diagonal kreuzenden, dunkelbraunen, gitterartigen Stäben auf hellbraunem Grund, deren quadratische Zwischenräume mit stilisierten Blüten geschmückten, konzentrischen, jedoch um 45 Grad gedrehten Quadraten, deren Ecken mittig zwischen den Knoten auf den Gitterstäben liegend überlagert sind. Die zweiläufige Treppe mit hohem Antrittspfosten besteht in allen Teilen aus Holz.

Die Funktionen des Gebäudes, die noch heute ihren Anforderungen entsprechen, wurden mit einer Architektur erfüllt, die sich an Vorbilder der Renaissance und des traditionsreichen Kölner Klassizismus anlehnt.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0