Wohnhaus
Ottostraße 12 · Ehrenfeld
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_1668 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Ottostraße 12, 50823 Köln |
| Baujahr | 1903 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 06.10.1983 |
| Stadtteil | Ehrenfeld |
Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Neuehrenfeld, da es die Erstbebauung dieses Stadtteils dokumentiert. Dieser Stadtteil wurde von Ehrenfeld aus, das 1879 die Stadtrechte erhielt, gegründet, wobei es vom Norden her (Landmannstraße, Lenauplatz) und vom Süden her (Ottostraße, Eichendorffstraße) erschlossen wurde. Backsteinkirchen in neugotischem Stil (St. Anna in der Ottostraße, St. Peter am Simarplatz) bildeten Beziehungspunkte der Wohnbesiedlung. Der Norden (Takuplatz) wurde von Genossenschaften (z.B. Ehrenfelder Wohnungsgesellschaft) besiedelt. Die Ottostraße dokumentiert in ihrem nördlichen Teil die dem Raster zuneigende Stadterschließung der Zeit vor dem ersten Weltkrieg.
Das fünfachsige, dreigeschossige Wohnhaus mit dem inschriftlich datierten Erbauungsjahr von 1903 ist außerordentlich solide aus Ziegelmauerwerk und Werkstein erbaut und weist sich auch durch seine Lage hinter einem kleinen Vorgarten als für höhere Ansprüche gebautes Mehrfamilienhaus aus. Gemessen am Baujahr ist der Stil als überaus sachlich zu bezeichnen, die Ornamentik wird sehr stark von den Funktionsgliedern bestimmt. So finden wir im Erdgeschoß die originale Eingangstüre vollständig von Werksteingewänden eingefaßt, wobei das Oberlicht als gekuppelte Bogenfenster mit Buntverglasung ebenfalls in Werkstein ausgeführt wurde. Aus dem gleichen Material ist der Sockel des Gebäudes, der allerdings am Mittelrisalit bis in Brüstungshöhe hochgezogen wurde. Aus Werkstein sind schließlich die geraden Fensterstürze, die bei den Fenstern der Seitenachsen den einzigen Akzent bilden. Der Mittelrisalit allerdings weist auch in Höhe des Fenstergesimses und in Kämpferhöhe in beiden Obergeschossen Werksteinbänder auf. Darüber hinaus ist der in den Ecken abgeschrägte Mittelrisalit, der von zwei schmalen Seitenfenstern und einem großen Mittelfenster belichtet wird, im ersten Obergeschoß mit Werksteinbrüstungen geschmückt, die inForm von großen pflanzengerahmten Medaillons reliefiert sind. Ein Geschoß darüber ist nur noch das mittlere Brüstungsfeld mit einer reliefierten Werksteinplatte geschmückt, ein Kranzgesims aus Werkstein schließt endlich das zweite Obergeschoß zum Dach hin ab. Im ausgebauten Dachgeschoß endet der Erker als Balkonkranz mit Werksteinecken, in gleicher Breite steigt der spitz zulaufende Schmuckgiebel über dem mit einer breiten Fenstertüre geöffneten Zwerchhaus an. Im Giebel Werksteinschmuck aus Wappen und allegorischer Figur. Von den beiden großen Dachgauben über den Seiten ist die rechte original erhalten. Auch die rückwärtige, geputzte Fassade ist aufwendig mit Risalit und Balkonen ausgestattet. Ein Garten mit altem Baum ist vorhanden.
Im Eingang ist die Ausstattung durchaus als anspruchsvoll zu bezeichnen, tritt doch zu den originalen Wand- und Bodenfliesen ein flächendeckender Wand- und Deckenstuck, der florale Bänder zeigt. Handwerklich gediegen sind auch die Wohnungstüren, zu denen die Terrazzotreppe mit Holzgeländer und Antrittspfosten hinaufführt. Die Fenster wurden alle stilistisch ähnlich erneuert. Teilweise Stuckdecken.
Das Gebäude liegt in der Ottostraße im Ensemble-Gebiet und wird noch von zwei weiteren Bauten, die unter den Nummern 6 und 8 bis 10 unter Denkmalschutz stehen, flankiert. Die Ottostraße selbst ist mit der anliegenden, neugotischen Kirche St. Anna ein dokumentarischer Straßenraum aus der Zeit nach der Jahrhundertwende, dessen Gesamtcharakter im kriegszerstörten Köln unbedingt erhalten werden muß. Das Haus ist deshalb ein unverzichtbarer Teil dieses Ensembles und darüber hinaus von erheblicher baulicher und kunstgeschichtlicher Qualität.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0