Hofanlage Frohnhof

St.-Tönnis-Straße 15 · Worringen

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_1691
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungHofanlage Frohnhof
Adresse St.-Tönnis-Straße 15, 50769 Köln
Baujahr17. Jahrhundert
Eigentumkirchliches Eigentum
Eingetragen seit 17.10.1983
Stadtteil Worringen

Der Fronhof ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Köln-Worringen, da er zu den ältesten Höfen der Gemeinde, in Teilen der Bausubstanz zu den ältesten Hofgebäuden Kölns, zählt. Worringens Geschichte reicht bis in die Römerzeit, aus der sich auch sein Name herleitet (römisch: Buruncum) Bereits im frühen Mittelalter ist die Gemeinde umwallt gewesen und bis zur Zerstörung durch die Kölner in der berühmten Schlacht bei Worringen 1288 befand sich in Worringen eine Burg des Kölner Erzbischofs. Eine weitere Burg anstelle der alten Pankratius-Kirche des Grafen von Jülich wird angenommen. Im Jahr 1670 besaß Worringen mit Arff, Bergerhöfe und Piwipp immerhin 89 Häuser. Ein wesentlicher Teil der Ländereien war in den Besitz der Kölner Kirchen gelangt, bis im Zuge des Reichsdeputationshauptschlusses auch in Worringen die geistlichen Besitztümer eingezogen wurden. Der Ort, der durch die zahlreichen Kriegsereignisse immer wieder gelitten hatte, erfuhr mit Beginn des 19. Jahrhunderts eine langsame, aber stetige Entwicklung. Erst 1922 wurde Worringen zu Köln eingemeindet.

Der Fronhof ist nach den Frondiensten genannt, die die Bauern dem Herrn dieses Hofs leisten mußten. Hier befand sich auch das Haus des Schultheiß mit dem niederen Gericht, wovon die über dem Hofeingang noch schwach sichtbare Figur des Hl. Petrus zeugt.

Das Herrenhaus mit zwei bis drei Geschossen und sieben Fenstern im ersten Obergeschoß ist mit dem kleineren, angebauten Gesindehaus als älteste Bausubstanz aus der Zeit von 1800 erhalten geblieben. An der Decke der großen Hofdiele steht die Jahreszahl 1770, am Eingang zur Nebentüre die Zahl 1754. Es läßt sich aber an der Fassade ablesen, daß wohl an dem mehr turmartigen, linken Renaissance-Bau mit Zwischengeschoß im Spätbarock ein fünfachsiger Erweiterungsbau angesetzt wurde, die beide von einem gemeinsamen, hohen Walmdach überdeckt wurden. Das links anschließende Gesindehaus stammt sicher aus dem dort über der Türe angegebenen Jahr 1754.

Der rechte Teil des Herrenhauses besitzt fünf Achsen, wobei die mittig gesetzte Eingangstüre mit geschwungenem Steingewände, einer Kartusche über dem geraden Sturz und abschließenden Gesims geschmückt ist. Die Natursteingewände im hoch gesetzten Erdgeschoß - eine einläufige Treppe führt hinaus - folgen den Rundbogenfenstern. Im ersten Obergeschoß sind die Fenster mit geraden Werksteinrahmen und -klappen eingefaßt. Zum Souterrain führen die beiden geraden Tore, die neben dem Treppenhaus liegen.

Der linke Teil des Gebäudes besitzt eine rundbogige Eingangstüre, deren Werkstein-Einfassung in Kämpferhöhe eine auf Renaissance hindeutende Akzentuierung aufweist. Auch die beiden Fenster im ersten Obergeschoß mit steinernem Fensterkreuz und Klappläden in der Unterzone deuten auf niederrheinische Bauten um 1600 hin. Die drei Fenster des Zwischengeschosses sind schmucklos.

An der Nordostfassade wird die barocke Aufteilung in zwei Achsen wiederholt. Ein Zwerchgiebel mit Kranbalken und hoher Türe läßt vermuten, daß das hohe Walmdach als Scheune genutzt wurde. Die rückwärtige Fassade, die der Hoffassade in etwa gleicht, ist durch einen längeren Anbau des 19. Jahrhunderts über die drei Achsen im Erdgeschoß teilweise verdeckt.

Das Gesindehaus mit zwei rechteckigen, übereinander liegenden Fenstern besitzt links davon einen eigenen Eingang, der mit einem Werksteinrahmen mit Türsturz unter dem Oberlichtfenster von der geputzten Außenmauer abgesetzt ist. Die beiden rechteckigen Fenster auf der rechten Seite im Erdgeschoß und ersten Obergeschoß werden von den beiden Dachgauben im Satteldach axial aufgenommen. Das linke Fenster ist Teil des neuzeitlichen Anbaus, der die Lücke zum ehemaligen Standort der Nebengebäude ausfüllt.

Heute besetzen die neu angebauten Altenwohnheime ein wesentlich größeres Areal als das ehemalige Hofgeviert. Von diesem sind die überwiegend aus dem 19. Jahrhundert stammenden Gebäudeaußenmauern nach Norden und Osten, also zur St.-Tönnis-Straße und zu In der Lahn erhalten geblieben. Ein reizvoller, niederrheinischer Giebel mit rundem Traufwulst nach Süden sollte nicht unerwähnt bleiben.

Das originale Torhaus (18. Jahrhundert) mit Rundbogen und darüber gesetztem Zwerchgiebel in Ziegelmauerwerk mit Ziegelgesimsen und der bereits erwähnten Steinfigur St. Petrus mit einer kleinen Nebentüre sind die einzigen Öffnungen der Hofmauer zur Straße hin.

Im Inneren zeigt sich im barocken Teil des Herrenhauses ein sehr schöner, perfekt skulptierter Renaissance-Kamin, der wohl aus einem älteren Bau stammt. Unterer Fries: Christi Geburt, oberer Fries: Anbetung der Hl. drei Könige, seitlich tragende Karyatiden, im Dreieckgiebel Gottvater-Zeus). Ferner sind die einläufige, teilweise gewendelte, barocke Treppe erwähnenswert, die in der sparsam stuckierten, von schweren, geputzten Balken getragene Decke mit der Inschrift "Renovat I.A.O. 1770" ihre Ergänzung findet. Eine sehr schöne, barock ornamentierte Balkendecke weist das nach Nordost gelegene Zimmer auf, während die Decken in den Räumen darüber einfachere Rahmenmuster in Stuck besitzen (originale Türen, ein Wandschrank).

Der linke Trakt des Herrenhauses ist im 19. Jahrhundert völlig umgebaut worden, so daß hier nur die einfache Holztreppe mit Holzgeländer und eine gußeiserne Stütze aus dieser Zeit zu erwähnen sind. Allerdings sind die Beschläge an der Eingangstüre (Schloßkasten) sehr alt, so übrigens auch das Türinnere an der Eingangstüre zur Halle.

Im Inneren des kleineren Gesindehauses wurde der Ausbau vollständig erneuert.

Die Begrünung des Innenhofs ist zweifellos modern, während sich zur Straße In der Lahn ein höher gelegenes Gärtchen parallel zur dortigen langen Ziegelmauer (19. Jahrhundert) erhalten hat.

Städtebaulich ist auf die zentrale Lage dieses ehemals wichtigsten Hofs von Worringen innerhalb der alten Mauer hinzuweisen. Der alte Rheinzoll, der Fronhof und die alte Pankratius-Kirche sind dominierende Zeugen der wechselvollen Vergangenheit Worringens und unverzichtbar auch jetzt im kleinteiligen Stadtbild dieses Kölner Vororts. Hingewiesen sei auch auf die reizvolle Umgestaltung der gegenüber abgehenden Pankratiusstraße.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0