Wohn- u. Geschäftshaus
Viersener Straße 16 · Nippes
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_1692 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohn- u. Geschäftshaus |
| Adresse | Viersener Straße 16, 50733 Köln |
| Baujahr | um 1905 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 17.10.1983 |
| Stadtteil | Nippes |
Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Köln, insbesondere für den Stadtteil Nippes, da es die Erstbebauung dieses Stadtteils dokumentiert. Nippes hat sich aus einer im Mittelalter zur Herrlichkeit Mauenheim gehörenden Ansammlung von Höfen entwickelt, von denen einer am Nipp (= steil abfallende Höhe) gelegen, dem Stadtteil den Namen gab. Dieser wuchs erst aufgrund von Industrieansiedlungen (Porzellanfabrik, Werkstätte Rheinische Eisenbahn) in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zu einer relativ geschlossenen Stadtlandschaft zusammen und wurde erst 1888 in die Stadt Köln eingemeindet.
Als Eckhaus zwischen Viersener Straße und Augustastraße wendet sich das dreigeschossige Miethaus mit zusätzlichem, voll ausgebauten Dachgeschoß mit der abgeschrägten Ecke dem Wilhelmplatz zu. Zur Viersener Straße werden die vier Fensterachsen von einem zweiachsigen Erker über beide Obergeschosse unterteilt, zur Augustastraße hin ist der Erker ebenfalls um eine Achse vom Eckfenster weg gerückt, er umfaßt jedoch eine Achse.
Das Erdgeschoß und (dem Anschein nach) die Giebelaufbauten im Dachgeschoß sind nicht mehr im Originalzustand erhalten geblieben. Erstes und zweites Obergeschoß sind jedoch in der Formensprache des Jugendstils um 1905 gehalten, dem Baujahr dieses Hauses. Die Wandflächen des ersten Obergeschosses sind mit flachen Fugen rustiziert, die Wandflächen im zweiten Obergeschoß sind bis auf die pilasterartigen Eckausbildungen glatt.
Die Fensterachsen sind senkrecht über zwei Geschosse mit einem knappen Stuckrahmen zusammengefaßt, der jedoch zwischen Stichbogen des ersten Obergeschoß-Fensters und Fensterbankgesims im zweiten Obergeschoß Raum für einen flach ornamentierten Brüstungsfries läßt.
Das flache Kranzgesims reicht teilweise noch in die Fensterzone des zweiten Obergeschosses hinein, so daß sich im Bereich des Oberlichts ornamentale Einschnitte ergeben.
Die Erker sind nach beiden Straßen hin gleichartig stukkiert. Ihre Fenster werden jeweils von einem Stuckrahmen mit Brüstungsfries umschlossen.
Im Inneren weist der Eingang ornamentierten Terrazzoboden sowie eine Terrazzotreppe mit Holzgeländer und schön gedrechseltem Endpfosten auf. Originale Fenster in den Obergeschossen, Zimmertüren und (teilweise) Wohnungstüren sind vorhanden (Decken ohne Besonderheiten).
Das Gebäude formt die Kreuzung Viersener Straße / Augustastraße durch seine betonte Eckausbildung und korrespondiert mit den gegenüber liegenden Eckbauten. Durch das Rückversetzen der neueren Wohnbebauung in der Viersener Straße entsteht ein reizvoller Kontrast zur Erstbebauung, die auf der gegenüber liegenden Seite fast vollständig erhalten blieb. Das Gebäude ist deshalb unverzichtbar.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0