Wohn- u. Geschäftshaus

Gumprechtstraße 3 · Ehrenfeld

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_1703
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohn- u. Geschäftshaus
Adresse Gumprechtstraße 3, 50825 Köln
Baujahr1903 bis 1904
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 25.10.1983
Stadtteil Ehrenfeld

Das ehemalige Wohn- und Geschäftshaus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen des Stadtteils Ehrenfeld. Das Gebäude steht in einem nahezu geschlossen erhaltenen Häuserverband einer geplanten Straßenanlage aus der Zeit kurz nach der Jahrhundertwende. Die Straßenplanung steht in direktem Zusammenhang mit der städtebaulichen Planung um den Helmholtzplatz. Es handelt sich hierbei um eine relativ frühe, städtisch gelenkte Wohnhaus-Konzeption, die sich bewußt gegen die bisherige, zufällig gewachsene Gemenge-Lage von Industrie- und Wohnbauten im angrenzenden Gebiet (Leyendekkerstraße und Hospeltstraße u.a.) absetzt und städtebaulich funktional und sozial an die Bebauung nördlich der Venloer Straße (Alpenerplatz und Alpenerstraße) anschließt. Die Straße in ihrer relativ einheitlichen Bebauung mit Mietwohnbauten für den Mittelstand und die Arbeiterbevölkerung ist zugleich Ausdruck für die zeittypische Bau-Initiative, die in Ehrenfeld von wenigen, kleineren Bauunternehmern ausging.

Die sehr schlichte, vierachsige und dreigeschossige Fassade mit ausgebautem Mansarddach ließ der Bauunternehmer Franz Josef Schunn 1904 errichten. Das in Abstimmung mit den anhängenden Bauten Gumprechtstraße 5, 7 und 9 entstandene Haus weist im Erdgeschoß, wie die Nachbarbauten, Putz mit horizontalem Fugenschnitt und in den beiden Obergeschossen Backstein mit Fensterrahmen und horizontalen Gesimsen in Stuck auf. Während die Dachhäuschen bei allen vier Bauten gleichartig gestaltet sind, variieren die Fensterformen. Mit den flachen Stichbogenfenstern korrespondieren die hochrechteckigen Fensterformen des Hauses Gumprechtstraße 9. Die beiden mittleren Bauten Nr. 5 und 7 besitzen im Erd- und ersten Obergeschoß Stichbogenfenster und im zweiten Rundbogenfenster. Dieser symmetrischen Fassadenstruktur der vier Bauten entspricht auch die symmetrische Zuordnung von durch eine Wandvorlage betonten Fensterachsen in den beiden Obergeschossen der mittleren Bauten sowie die benachbarten Türen der Mittelbauten und auch die Ladeneinbauten in den beiden äußeren Bauten. Die so geschaffene Symmetrie wird durch die wechselnde Abfolge der roten und gelben Backsteinfarbe (Gumprechtstraße 3: rot, Nr. 5: gelb, Nr. 7: rot, Nr. 9: gelb) und die unterschiedliche Achsenzahl der beiden äußeren Bauten (Nr. 3: drei, Nr. 9: vier) bewußt verschleiert. Das Gebäude Nr. 3 ist somit ein unverzichtbarer Bestandteil eines Ensembles.

Das in sich geschlossene, kleine Ensemble von vier Gebäuden fügt sich in das größere Ensemble der Gumprechtstraße mit ihrem unterschiedlichen Wechsel von Stuck- und Backsteinfassaden und übernimmt baulich, wenn auch in abgeschwächter Form, die französisch anmutenden, extrem steilen Mansarddächer der Alpenerstraße.

Abgesehen von der im Inneren erhaltenen, originalen Grundrißstruktur sind besonders der Terrazzofußboden und die Holztreppe für die erhaltenswerte Bausubstanz bedeutend.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0