Siedlung "Märchensiedlung"
Märchenstraße 45 · Dellbrück
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_1787 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Siedlung "Märchensiedlung" |
| Adresse | Märchenstraße 45, 51067 Köln |
| Baujahr | 1920er Jahre |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 18.11.1983 |
| Stadtteil | Dellbrück |
Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Holweide und Köln. Es ist ein Bestandteil eines großen, noch weitgehend erhaltenen Siedlungskomplexes - der Märchensiedlung - der in den zwanziger Jahren dieses Jahrhunderts nach Plänen der Architekten Manfred Faber bzw. W. Riphan gebaut wurde. Diese Siedlungsbebauung, die für eine in der nahen Großstadt Köln beschäftigte Bevölkerung (vornehmlich für Beamte) errichtet wurde, dokumentiert den Umwandlungsprozeß des einstigen Dorfs Holweide zu einem Kölner Wohnvorort.
Das Objekt dokumentiert einen bestimmten Haustyp, der mit Veränderungen als Eckhaus von Hausgruppen in der ganzen Siedlung anzutreffen ist. Es handelt sich um einen Teil einer Zeile von Einfamilienhäusern (Märchenstraße 33 - 57), die sich aus aneinandergereihten, gleicher bzw. ähnlicher Baueinheiten (Nr. 35 - 43 und Nr. 49 - 55) und vier Eckhäusern (Nr. 33, 45, 47, 57) zusammensetzt. Diese Hauszeile bildet zwei Flügel (Nr. 33 - 45 und Nr. 47 - 57), die sich links und rechts von den beiden zentralen Häusern Nr. 45 und 47 (die miteinander durch einen tonnengewölbten Durchgang zum Spielplatz hinter der Zeile verbunden sind) erstrecken. Das Aneinanderreihen gleicher bzw. ähnlicher Baueinheiten ist dem in den zwanziger Jahren im Bauhaus entwickelten Baukastenprinzip verpflichtet. Danach entstehen je nach Bedarf zwei-, drei- und mehrteilige Hauszeilen mit ähnlicher Gesamterscheinung. Alle diese Varianten - teilweise auch in der reinen Bauhaus-Ästhetik gehalten (mit Flachdach, Balkonen und Eckfenstern) - finden sich in der Siedlung wieder.
Das dreiachsige Teil-Haus Märchenstraße 45 besteht aus zwei Ruben: Einem zweigeschossigen Risalit mit Walmdach (erste Achse) und einem eingeschossigen Flügel mit rundbogigem Eingang (zweite Achse), der mit einem Schleppdach (zwei Dachgauben) bekrönt ist. Ein teilweise original bepflanzter Vorgarten mit schlechter Einzäunung und ein Hintergarten machen das Haus zur idealen Wohnstätte, wie sie im Siedlungskonzept vorgesehen war.
Eine originale Haustüre aus massivem Eichenholz, eine Holztreppe sowie Schlagläden im Hausinneren dokumentieren die ursprüngliche, ästhetische und funktionale Einheit dieses Objekts.
Die Märchensiedlung war in der Absicht entworfen und gebaut worden, ein Wohngebiet mit in sich geschlossenem, ländlichromantischen Charakter einer Kleinstadt im Grünen zu schaffen. Diese "Gartenstadt" zeichnet sich durch unregelmäßig angelegte, scheinbar organisch gewachsene Straßenzüge, einen "Dorfplatz" (Honnefer Platz) und malerische Gruppierungen von Einfamilienbauten mit Vorgärten (Gartenpfosten, Lattenzäune, Hecken) und große, rückwärtige Zier- und Nutzgärten aus.
Die ganze Anlage stellt ein hervorragendes und rares Beispiel einer Verwirklichung der in den zwanziger Jahren aktuellen Gartenstadtvorstellung, die der Tradition der Ideen einer heimatlich-romantischen "Idealstadt" verpflichtet ist, dar. Als integraler Bestandteil eines bestimmten, im Ensemble der Märchensiedlung vertretenen Haustyps ist der Erhalt des o.g. Objekts einschließlich der Einfriedung unverzichtbar.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0