Siedlung "Märchensiedlung"
Rotkäppchenweg 19 · Holweide
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_1834 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Siedlung "Märchensiedlung" |
| Adresse | Rotkäppchenweg 19, 51067 Köln |
| Baujahr | 1920er Jahre |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 18.11.1983 |
| Stadtteil | Holweide |
Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Holweide und Köln. Es ist ein Bestandteil eines großen, noch weitgehend erhaltenen Siedlungskomplexes - der Märchensiedlung - der in den zwanziger Jahren dieses Jahrhunderts nach Plänen der Architekten Manfred Faber bzw. W. Riphan gebaut wurde. Diese Siedlungsbebauung, die für eine in der nahen Großstadt Köln beschäftigte Bevölkerung (vornehmlich für Beamte) errichtet wurde, dokumentiert den Umwandlungsprozeß des einstigen Dorfs Holweide zu einem Kölner Wohnvorort.
Das Objekt dokumentiert einen bestimmten Haustyp, der mit Abwandlungen als Reihenhaus in der ganzen Siedlung immer wieder anzutreffen ist. Das Aneinanderreihen gleicher bzw. ähnlicher Baueinheiten ist dem in den zwanziger Jahren im Bauhaus entwickelten Baukastenprinzip verpflichtet. Danach entstehen je nach Bedarf zwei-, drei- und mehrteilige Hauszeilen mit ähnlicher Gesamterscheinung.
Das Haus ist ein ein- bis zweigeschossiges, dreiteilig gegliedertes Gebäude, das seinerseits den Abschluß einer Hauszeile gleichartiger Baueinheiten (Nr. 19 bis 29) bildet. Die dekorlose Putzfassade zeigt in drei Achsen eine differenzierte Gliederung, die insbesondere in der Dachzone eine prägende Wirkung aufweist. Das Erdgeschoß ragt in der Achse in ein turmartiges Obergeschoß hinauf, das mit einem vor einem Satteldach liegenden, niedrigen Zeltdach bedeckt ist. Die drei Fenster (zwei im Erdgeschoß, eins im Dachhäuschen) zeigen abgeschrägte Laibungen. In der ersten Achse liegt ein zurück versetzter Eingangsanbau mit niedrig herunterreichendem Satteldach, der das Anbindungsglied zum Nachbarhaus bildet. Neben einem rechteckigen Eingang liegen zwei kleine, rechteckige Fensterchen.
Eine Holztreppe im Hausinneren dokumentiert die ursprüngliche, ästhetische und funktionale Einheit des Hauses.
Die Märchensiedlung war in der Absicht entworfen und gebaut worden, ein Wohngebiet mit in sich geschlossenem, ländlichromantischen Charakter einer Kleinstadt im Grünen zu schaffen. Diese "Gartenstadt" zeichnet sich durch unregelmäßig angelegte, scheinbar organisch gewachsene Straßenzüge, einen "Dorfplatz" und malerische Gruppierungen von Einfamilienbauten mit Vorgärten (Gartenpfosten, Lattenzäune, Hecken) und große, rückwärtige Zier- und Nutzgärten aus.
Die ganze Anlage stellt ein hervorragendes Beispiel einer Verwirklichung der in den zwanziger Jahren aktuellen Gartenstadtvorstellung, die der Tradition der Ideen einer heimatlich-romantischen "Idealstadt" verpflichtet ist, dar. Als integraler Bestandteil eines bestimmten, im Ensemble der Märchensiedlung vertretenen Haustyps ist der Erhalt des o.g. Objekts einschließlich der Einfriedung unverzichtbar.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0