Wohnhaus

Auerstraße 7 · Nippes

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_1850
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Auerstraße 7, 50733 Köln
Baujahr1910 bis 1914
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 23.11.1983
Stadtteil Nippes

Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Köln, insbesondere für den Stadtteil Nippes, da es die Erstbebauung dieses Stadtteils dokumentiert. Nippes hat sich aus einer im Mittelalter zur Herrlichkeit Mauenheim gehörenden Ansammlung von Höfen entwickelt, von denen einer, am Nipp (= steil abfallende Höhe) gelegen, dem Stadtteil den Namen gab. Dieser wuchs erst aufgrund von Industrieansiedlungen (Porzellanfabrik, Werkstätte der Rheinischen Eisenbahn) in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zu einer relativ geschlossenen Stadtlandschaft zusammen und wurde erst 1888 in die Stadt Köln eingemeindet. Die Auerstraße liegt am südlichen Rand von Nippes, nahe der um die Neustadt laufenden Inneren Kanalstraße.

Das 1910/1914 erbaute, viergeschossige Mietstockwerkhaus ist mit seiner Putzfassade, die von sparsamen Stuckelementen verziert ist, ein typisches Beispiel des bürgerlichen Miethausbaus des ausgehenden Historismus. Die kurze, relativ einheitlich bebaute Auerstraße besitzt auf der Nordseite Vorgärten, die Häuser 1 bis 7 blieben in gleichem, spätklassizistischen Stil erhalten.

Die drei Achsen wurden spannungsreich symmetrisch unterteilt und asymmetrisch übergiebelt. Die Mittelachse wird von einem zweigeschossigen Erker eingenommen (mit je drei gekuppelten Fenstern), der von einem ornamental umgitterten Balkon gekrönt wird. Rechte und linke Seitenachse sind gleich ausgebildet, abgesehen vom links gelegenen Hauseingang (mit originaler Türe). Asymmetrisch steht dagegen der breite, mit Rundbogen abschließende Ziergiebel über den beiden rechten Achsen.

Die Schmuck- und Strukturformen des Historismus werden zur Unterstützung der großflächigen Plastizität der Fassade herangezogen: Die horizontale Rustizierung des Erdgeschosses, durchlaufende Decken- und Fenstergesimse im ersten Obergeschoß, die große Ordnung der kräftig kannelierten Pfeilervorlagen vor dem Erker. Auch die senkrechte Betonung der Fensterachsen über einer mit Stukkatur akzentuierten Brüstung ist ablesbar, wobei die mittlere Erkerbrüstung durch ein Kartuschenrelief betont wird. Im Dachbereich werden klassizistische Schmuckelemente wie Löwenköpfe (im Kranzgesims) und Kassettierungen verwandt. Den Rundgiebel schmückt ein ovales Dachfenster.

Im Inneren zeigt der Eingang den hohen Qualitätsstandort dieses Hauses. Marmorverkleidung der Treppen und Seitenwände bis Brüstungshöhe, darüber Wand- und Deckenstuck. Die Terrazzotreppe besitzt ein Eisengeländer. Zimmertüren und Stuckdecken in den Vorderräumen haben sich teilweise erhalten. Städtebaulich ist auf die Randlage der Auerstraße im Ensemble-Bereich von Nippes hinzuweisen. Die erklärt auch die späte, aber anspruchsvolle Bebauung dieses Stadtgebiets, die sich in den gut erhaltenen Häusern Nr. 1 bis 7 dokumentiert. Nr. 9 ist in der Fassade verödet, die gegenüber liegende Straßenseite ist ohne Vorgarten weniger anspruchsvoll gehalten. Das Haus ist ein unverzichtbarer Teil der sehr charaktervollen Wohnstraße.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0