Wohnhaus
Christinastraße 80 · Nippes
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_1865 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Christinastraße 80, 50733 Köln |
| Baujahr | 1906 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 24.11.1983 |
| Stadtteil | Nippes |
Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Köln, insbesondere für den Stadtteil Nippes, da es die Erstbebauung dieses Stadtteils dokumentiert. Nippes hat sich aus einer im Mittelalter zur Herrlichkeit Mauenheim gehörenden Ansammlung von Höfen entwickelt, von denen einer, am Nipp (= steil abfallende Höhe) gelegen, dem Stadtteil den Namen gab. Dieser wuchs erst aufgrund von Industrie-Ansiedlungen (Porzellanfabrik, Werkstätte der Rheinischen Eisenbahn) in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zu einer relativ geschlossenen Stadtlandschaft zusammen und wurde erst 1888 in die Stadt Köln eingemeindet. Die Christinastraße liegt im südöstlichen Randgebiet des Ensemble-Bereichs von Nippes und wurde nach der Jahrhundertwende mit Miethäusern für den gehobenen Bedarf bebaut.
Das dreigeschossige Wohnhaus ist um 1905/1907 erbaut worden. Die Stuckfassade hat drei Achsen und ist in den Obergeschossen axial gegliedert. Ein reich verzierter Erker, der im Dachgeschoß von einem Schmuckgiebel gekrönt wird, bildet mit einem großen, dreigeteilten Fenster die Mittelachse. Die Fassade wie auch der weitgehend noch erhaltene Innenausbau sind in Jugendstil ornamentiert. Das Erdgeschoß ist bis zur Höhe des durchlaufenden, kräftigen Fenstergesimses des ersten Obergeschosses rustiziert, wobei auch der Erker einbezogen wurde. Seine mehrfach gestufte Konsole ist mit reichen Pflanzenornamenten bedeckt. Über dem Eingang mit originaler Haustüre erscheint unter spitz geschwungener Übergiebelung das zeittypische Sonnenmotiv. Pflanzendekor in Stuck schmückt auch die Brüstungen des zweiten Obergeschosses, die als Mittelpunkt der senkrecht beide Geschosse umfassenden, bandartigen Einrahmung der Fenster wirken. Beide Seitenachsen werden zusätzlich durch flache Stuck-Pilaster begrenzt, gegen die die restliche Fläche sich durch rauhen Putz absetzt. Die durchweg glatten Flächen des Erkers sind an den Kanten horizontal gefugt, was die Wirkung des stark profilierten Balkonabschlusses über dem Erker mildert. Sehr schön ist die geschwungene Übergiebelung über dem zweiten Obergeschoß, die vom geschwungenen Ziergiebel des Dachgeschosses (zwei seitliche Knäufe) aufgenommen wird. Das Rundbogenfenster des Giebels korrespondiert mit dem Rundbogenabschluß der Seitenachsen. Zwei Dachgauben über den Seitenachsen belichten das ausgebaute Dachgeschoß.
Im Inneren sind im Eingang die ornamentierten, grünen Jugendstil-Wandfliesen erhalten geblieben, darüber der Wand- und Deckenstuck (Stuckspiegel). Der Terrazzofußboden geht in eine Terrazzotreppe mit Eisengeländer über. Wohnungs- und Zimmertüren blieben original erhalten, ebenfalls die Jugendstil-Stuckdecken.
Das Gebäude dokumentiert den hohen baulichen und künstlerischen Standard des Jugendstils in bemerkenswert vollständigem Erhaltungszustand. Städtebaulich ist auf die exponierte Lage dieses Gebäudes in unmittelbarer Nähe des Baudriplatzes hinzuweisen, der im Ensemble-Bereich von Nippes noch den originalen Platz-Charakter der Jahrhundertwende mit der in der Mitte liegenden Marienkirche dokumentiert. Das Haus ist ein unverzichtbarer, in seiner Vollständigkeit wesentlicher Teil dieses Ensembles.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0