Wohnhaus

Hardtstraße 36 · Klettenberg

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_1915
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Hardtstraße 36, 50939 Köln
Baujahr1905
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 02.12.1983
Stadtteil Klettenberg

Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Köln-Klettenberg, da es die Geschichte der Stadtentwicklung dieses neuen Stadtteils zwischen Sülz und Zollstock dokumentiert. Der Stadtteil Klettenberg ist erst nach der Jahrhundertwende im Anschluß an Sülz, unter dem Einfluß der von England kommenden und in Deutschland früh weitergeführten Gartenstadt-Bewegung, gegründet worden und umfaßt sowohl im stadtnahen Teil Mietstockwerkbauten für gehobene bis mittlere soziale Schichten als auch Eigenheime, deren Wert durch die umgebenden Parks (Klettenberg- und Beethoven-Park) erhöht wird. Die Hardtstraße liegt im nördlichen Teil Klettenbergs und weist noch dichte Wohnbebauung mit Gartenhöfen auf.

Das dreigeschossige Wohnhaus aus dem Jahr 1905 besitzt eine sparsam dekorierte Stuckfassade, die wohl der Jugendstil- und Reformbewegung in norddeutscher Ausprägung zuzurechnen ist. Die durch einen mittigen Erker und Ziergiebel geschaffene Axialität wird durch ungleiche Seitenachsen wieder aufgehoben. Den beiden schmalen Fenstern links entspricht ein breiteres rechts. Sehr eigenständige Schmuckformen finden sich an den Brüstungen und im Kranzgesims, während das geschweifte Dach des Erkers historisierend wirkt. Die Fenster sind original (überwiegend mit Sprossen-Oberlichtern), das Mansarddach wurde ausgebaut. Rückwärtige Fassade in Backstein.

Im Inneren hat sich der Jugendstil in den Wandfliesen des Eingangs und im Stützbogen erhalten, Terrazzoboden und Dekkenstuck (beschädigt) sind original. Die Terrazzotreppe mit Holzgeländer führt in Wohnungen mit originalen Wohnungs- und Zimmertüren (teilweise Stuckdecken).

Die leicht gekrümmte Hardtstraße ist mit der für Klettenberg charakteristischen Vorstadtbebauung für das gehobene Bürgertum besetzt, die durch kleine Vorgärten, Erker und Jugendstil-Ornamentik bestimmt wird. Die hier noch recht einheitliche Bebauung (leider teilweise verödete Fassaden) dokumentiert die aufgeschlossene, die Ornamentik spielerisch einsetzende Wohnkultur des späten Jugendstils bzw. ausgehenden Historismus.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0