Wohnhaus

Cranachstraße 21 · Nippes

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_1951
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Cranachstraße 21, 50733 Köln
Baujahrum 1900
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 21.12.1983
Stadtteil Nippes

Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Köln, insbesondere für den Stadtteil Nippes, da es die Erstbebauung dieses Stadtteils dokumentiert. Nippes hat sich aus einer im Mittelalter zur Herrlichkeit Mauenheim gehörenden Ansammlung von Höfen entwickelt, von denen einer, am Nipp (= steil abfallende Höhe) gelegen, dem Stadtteil den Namen gab. Dieser wuchs erst aufgrund von Industrie-Ansiedlungen (Porzellanfabrik, Werkstätte der Rheinischen Eisenbahn) in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zu einer relativ geschlossenen Stadtlandschaft zusammen und wurde erst 1888 in die Stadt Köln eingemeindet. Die Cranachstraße liegt im Ensemble-Bereich von Nippes, und zwar im südlichen Teil nahe dem Ausbesserungswerk der Bundesbahn (der ehemaligen Rheinischen Eisenbahn).

Das in einer platzartigen Erweiterung der Cranachstraße, nahe der Kreuzung mit der Auguststraße, stehende Wohn- und Geschäftshaus ist ein Eckgebäude, das zur Cranachstraße sechs Achsen, zum Platz eine und in der rückwärtigen Fassade vier Achsen aufweist. Es wurde um 1900 und im Stil eines klassizistischen Historismus, mit einer Stuck- und Ziegelfassade, errichtet. Das seit Errichtung des Hauses als Gastwirtschaft genutzte Erdgeschoß wird von einer Eingangstüre in der Eckachse erschlossen. Der Eingang zu den Wohnungen der Obergeschosse liegt in der Seitenfassade mit vier Achsen. Das Erdgeschoß ist in Rustika mit breiten, horizontalen Fugen gehalten, die sich über den Stichbogenfenstern in klassischer Quaderung auffächern. Die Stuckierung reicht über ein betontes Deckengesims bis in die Brüstung des ersten Obergeschosses, die mit breit liegenden Kassetten ausgefüllt ist. An der Ecke wird der Stuck beidseitig in gequaderten Bändern rechts und links an den Fassadenkanten hochgeführt. Die Obergeschosse zeigen Ziegelsteinwände, in denen die Fenster mit Stuckrahmen eingebettet sind. Im ersten Obergeschoß sind diese Rahmen noch mit Elementen der Renaissance geschmückt: Diamantquadern, hochgesetzten Gesimsen über Architrav und in den betonten Achsen (Eck-Achse und zwei Mittelachsen) mit Dreieck-Übergiebelungen. Im zweiten Obergeschoß ist der Schmuck gleichmäßig und deutlich einfacher, die Fenster werden alle von hochgesetzten Gesimsen überspannt (Schmuckkonsolen). Die erste Achse besteht in allen Geschossen aus Scheinfenstern. Das dritte Obergeschoß ist niedriger und besitzt Fenster mit einfachem Stuckrahmen, deren Schlußsteinverzierung bereits in das Kranzgesims einbezogen ist. Diese Dachzone erscheint nicht völlig original. Die rückwärtige Fassade ist verputzt.

Die originale Eingangstüre bildet mit den Fußbodenfliesen und dem Treppenhaus mit Holztreppe und -geländer eine stilistische Einheit, die dem Standard der Fassade entspricht. Originale Wohnungs- und Zimmertüren.

Städtebaulich ist das Eckgebäude ein wesentliches, architektonisches Element dieses Straßenraums. Es dokumentiert die Erstbebauung und ist deshalb maßstabbildend für Charakter und Gestaltung der einfachere, städtische Wohnbedürnisse widerspiegelnden Cranachstraße.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0