Wohnhaus

Märchenstraße 12 · Dellbrück

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_2094
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Märchenstraße 12, 51067 Köln
Baujahr1920 bis 1928
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 01.02.1984
Stadtteil Dellbrück

Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Holweide und Köln. Es ist ein Bestandteil eines großen, noch weitgehend erhaltenen Siedlungskomplexes - der Märchensiedlung - der in den zwanziger Jahren dieses Jahrhunderts nach Plänen der Architekten Manfred Faber bzw. W. Riphan gebaut wurde. Diese Siedlungsbebauung, die für eine in der nahen Großstadt Köln beschäftigte Bevölkerung (vornehmlich für Beamte) errichtet wurde, dokumentiert den Umwandlungsprozeß des einstigen Dorfs Holweide zu einem Kölner Wohnvorort.

Das Objekt dokumentiert einen bestimmten Haustyp, der mit Veränderungen als Eckhaus von Hausgruppen in der ganzen Siedlung anzutreffen ist. Das Aneinanderreihen gleicher bzw. ähnlicher Baueinheiten ist dem in den zwanziger Jahren im Bauhaus entwickelten Baukastenprinzip verpflichtet. Danach entstehen je nach Bedarf zwei-, drei- und mehrteilige Hauszeilen mit ähnlicher Gesamterscheinung.

Das Eckhaus Märchenstr. 12 ist ein zweigeschossiges "Abschlußgebäude" einer Hausfront gleicher Baueinheiten (Nr. 2 bis Nr. 12). Es liegt deutlich zurück versetzt, so daß eine komplizierte Dachgestaltung (zurück versetztes Satteldach, das in ein quer liegendes Walmdach mündet) entsteht, die eine Akzentuierung des Zeilenendes bewirkt. Die HauptfrontFassade ist zweiachsig und zeigt in der Achse ein breites (Erdgeschoß) bzw. quadratisches (Obergeschoß) Fenster mit abgeschrägter Laibung. In der ersten Achse öffnet die sonst geschlossene Putzfassade ein breites, dreiteiliges, um die Ecke verlaufendes Verandafenster eines niedrigen Altans, das mit einem Flachdach die Horizontale betont. Die Eingangsfassade zeigt drei Achsen mit einem flach überdachten Eingang in der Mitte und unterschiedlich großen, unregelmäßig verteilten Fenstern mit abgeschrägten Laibungen.

Die Märchensiedlung war in der Absicht entworfen und gebaut worden, ein Wohngebiet mit in sich geschlossenem, ländlichromantischen Charakter einer Kleinstadt im Grünen zu schaffen. Diese "Gartenstadt" zeichnet sich durch unregelmäßig angelegte, scheinbar organisch gewachsene Straßenzüge, einen "Dorfplatz" (Honnefer Platz) und malerische Gruppierungen von Einfamilienbauten mit Vorgärten (Gartenpfosten, Lattenzäune, Hecken) und große, rückwärtige Zier- und Nutzgärten aus.

Die ganze Anlage stellt ein hervorragendes und rares Beispiel einer Verwirklichung der in den zwanziger Jahren aktuellen Gartenstadtvorstellung, die der Tradition der Ideen einer heimatlich-romantischen "Idealstadt" verpflichtet ist, dar. Als integraler Bestandteil eines bestimmten, im Ensemble der Märchensiedlung vertretenen Haustyps ist der Erhalt des o.g. Objekts einschließlich der Einfriedung unverzichtbar.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0