Wohn- u. Geschäftshaus
Gumprechtstraße 6 · Ehrenfeld
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_2145 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohn- u. Geschäftshaus |
| Adresse | Gumprechtstraße 6, 50825 Köln |
| Baujahr | 1914 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 22.02.1984 |
| Stadtteil | Ehrenfeld |
Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Köln-Ehrenfeld, da es die Erstbebauung dieses Stadtteils dokumentiert. Ehrenfeld entstand 1845 durch eine spekulative Initiative von Köln aus als erster linksrheinischer Vorort (unter Mitwirkung von Stadtbaumeister Weyer), da innerhalb der Mauerumwallung Kölns die Bauplätze knapp wurden. Durch industrielle Ansiedlungen gewann der Ort schnell an Bedeutung und besaß kurzzeitig, bis zur Eingliederung nach Köln Ende des 19. Jahrhunderts, die Stadtrechte. Das Haus ist ein geschichtliches Dokument städtischer Erstbebauung nach der Eingemeindung. Die Gumprechtstraße ist eine verkehrsberuhigte Wohnstraße im Osten Ehrenfelds.
Das dreigeschossige Gebäude mit ausgebautem Dachgeschoß wurde 1914 vom Architekt Reiner Krahforst errichtet. Das vierachsige, schmale Gebäude ist ein Putzbau mit sparsamer Stuck-Ornamentik. Das veränderte Erdgeschoß wird als Laden gewerblich genutzt. Fenster und Haustüre wurden erneuert. Der Schmuck ist in gleichmäßigen Ornamenten auf den Brüstungsfeldern, im zweiten Obergeschoß und in der Mitte des einfach gerundeten Ziergiebels angebracht. Die rückwärtige Fassade ist in Backstein. Der Innenausbau wurde weitgehend erneuert.
Das Gebäude steht in einem nahezu geschlossen erhaltenen Häuserverband einer geplanten Straßenanlage aus der Zeit kurz nach der Jahrhundertwende. Die Straßenplanung stand in direktem Zusammenhang mit der städtebaulichen Planung um den Helmholtzplatz. Es handelt sich hierbei um eine frühe, städtisch gelenkte Wohnbaukonzeption, die sich bewußt gegen die eher zufällig gewachsene Gemengelage von Industrie- und Wohnbauten absetzt. Die Straße in ihrer relativ einheitlichen Bebauung für den Mittelstand und die Arbeiterbevölkerung ist zugleich Ausdruck für die zeittypische Bau-Initiative, die von kleineren Bauunternehmern ausging. Es ist innerhalb einer Reihe mehr historisierender Fassaden ein Dokument der beginnenden Neuen Sachlichkeit.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0