Wohn- u. Geschäftshaus
Wilhelmstraße 6 · Nippes
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_2146 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohn- u. Geschäftshaus |
| Adresse | Wilhelmstraße 6, 50733 Köln |
| Baujahr | um 1880 bis 1890 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 23.02.1984 |
| Stadtteil | Nippes |
Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Köln, insbesondere für den Stadtteil Nippes, da es die Erstbebauung dieses Stadtteils dokumentiert. Nippes hat sich aus einer im Mittelalter zur Herrlichkeit Mauenheim gehörenden Ansammlung von Höfen entwickelt, von denen einer, am Nipp (= steil abfallende Höhe) gelegen, dem Stadtteil den Namen gab. Dieser wuchs erst aufgrund von Industrie-Ansiedlungen (Porzellanfabrik, Werkstätte der Rheinischen Eisenbahn) in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zu einer relativ geschlossenen Stadtlandschaft zusammen und wurde erst 1888 in die Stadt Köln eingemeindet. Die Wilhelmstraße liegt im mittleren Teil des Erhaltungsgebiets von Nippes und ist eine alte Abzweigung des ehemaligen Flurwegs Florastraße.
Die beiden Häuser Nr. 6 und Nr. 8 sind gleichzeitig in der Zeit zwischen 1880 und 1890 erbaut worden, da ihre klassizistischen Stuckfassaden eng miteinander korrespondieren. Allerdings weist das Haus Nr. 6 im Erdgeschoß einen Laden auf, während alle vier Geschosse des Nachbarhauses als Wohnraum genutzt werden. Beide Häuser sind dreiachsig, bei beiden ist leider das Kranzgesims durch Kriegseinwirkung noch defekt. Die Stukkatur besteht aus kräftig ausgebildeten Übergiebelungen und Gesimsen, die die Gebäude dicht und ausgewogen strukturieren. Die Haustüre ist neu. Die ornamentierten Holzfenster blieben original erhalten.
Im Inneren weist der historisierende Ausbau des Eingangs die originalen Bodenfliesen, Stuckierung von Wand und Decke sowie die originale Holztreppe mit -geländer auf. Auch die Wohnungs- und Zimmertüren sind aus der Zeit (bemerkenswert: die originale Wandleiste im Treppenhaus).
Städtebaulich gehört die Wilhelmstraße zu den zentralen und ältesten Wohnstraßen des Ensemble-Bereichs. Hier im östlichen Teil dokumentiert der individuelle Parzellen-Zuschnitt die Kernbebauung dieses Stadtteils, was dem Gebäude eine zusätzliche Bedeutung verleiht.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0