Wohnhaus
Luisenstraße 6 · Deutz
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_2165 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Luisenstraße 6, 50679 Köln |
| Baujahr | um 1870 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 23.03.1984 |
| Stadtteil | Deutz |
Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Deutz, da es die Erstbebauung dieses rechtsrheinischen Vororts in der Zeit der Industrialisierung dokumentiert. Nachdem Deutz wegen seiner günstigen Verkehrslage zum Eisenbahnknotenpunkt geworden war (1850), kam es zu einem wirtschaftlichen Aufschwung mit schnellem Bevölkerungszuwachs, der eine rege Bautätigkeit zur Folge hatte. Innerhalb der ehemaligen Stadtbefestigung entstanden in den folgenden Jahrzehnten ganze Straßenzüge meist dreigeschossiger Dreifensterhäuser. Von diesen - ehemals für Köln charakteristischen - Dreifensterhäusern auf L-förmigem Grundriß sind heute nur noch wenige erhalten geblieben und diese repräsentieren einen hohen Seltenheitswert.
Um 1870 errichtete Wohnhausgruppe. Jedes Haus hat dreieinhalb Geschosse und drei Achsen, in deren mittlerer der über zwei frontale Treppenstufen erreichbare Hauseingang lokalisiert ist. Das Erdgeschoß ist bei den Häusern Nr. 2c, 4 und 8 rustiziert, bei Nr. 6 glatt verputzt. Die Fassaden der darüber liegenden Geschosse (zwei Obergeschosse, ein Mezzaningeschoß) sind durch Geschoßgesimse, Kranzgesimse auf Konsolen (Nr. 2c und 4), Ziergebälk (über den Fenstern des ersten Obergeschosses, bei Nr. 2c mit Dreieck-Giebelbekrönung in der Mittelachse) sowie die mit zunehmender Stockwerkzahl abnehmende Geschoßhöhe horizontal unterglieder; die Stichbogen-Fenster, überwiegend mit den originalen Fensterteilungen versehen, sind von profilierten Stuckgewänden eingefaßt. Die Fassaden der Rückfront sind, wie die der Vorderfront, symmetrisch gegliedert, indem die Mittelachsen als Vorbauten gestaltet sind.
Im Inneren der Häuser sind die halbkreisförmigen Stützbögen im Hausflur, die Holztreppen mit Holzgeländer und -läufen, die Flurfenster sowie ein Teil der Wohnungsabschlüsse in ursprünglichem Zustand.
Charakteristisch für die aus vier Einzelhäusern zusammengesetzte Wohnhausgruppe ist die nahezu identische, schlichte Gestaltung der Fassaden im Stil des Klassizismus, die einheitliche, die Symmetrie-Verhältnisse der Vorderfront widerspiegelnde Einteilung der Rückfronten sowie die analoge Aufteilung im Hausinneren mit einigen originalen Details (Stützbögen, Holztreppen mit -geländern und -läufen, Flurfenster, ein Teil der Wohnungsabschlüsse). Das Objekt stellt mit den Bauten Nr. 2e, 4, 8 ein städtebauliches Ensemble dar, dessen Bedeutung durch das Nebenhaus Nr. 2 b sowie durch das unmittelbar gegenüber liegende, ebenfalls original erhaltene Haus Nr. 1a noch verstärkt wird. Das Objekt stellt ein Dokument für das einfache Kölner Wohnhaus dar, wie es in der Kölner Innenstadt vor dem zweiten Weltkrieg häufig vorkam und heute noch für das dicht bebaute Deutz innerhalb der ehemaligen Festungsmauern typisch ist.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0