Wohnhaus

Dreikönigenstraße 10 · Altstadt/Süd

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_2236
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Dreikönigenstraße 10, 50678 Köln
Baujahrum 1880
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 10.04.1984
Stadtteil Altstadt/Süd

Das Haus Dreikönigenstraße 10 ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in der Kölner Altstadt, da es den Ausbau deren südlichen Teils - des Severinsviertels - dokumentiert. Im Zeitalter der Industrialisierung hatte Köln einen wirtschaftlichen Aufschwung erlebt, der einen raschen Bevölkerungszuwachs und eine rege Bautätigkeit zur Folge hatte. Die noch freien Grundstücke innerhalb des Festungsgürtels der Altstadt waren von besonderer Attraktivität für die Unternehmer, da hier in unmittelbarer Nachbarschaft sowohl Arbeitsstätten als auch die arbeitende Bevölkerung eingesiedelt werden konnten. Besonders im Severinsviertel wurden seit den 40er Jahren des vorigen Jahrhunderts viele neue Straßenzüge angelegt und bis zur Jahrhundertwende überwiegend mit charakteristischen Drei-Fenster-Häusern auf L-förmigem Grundriß bebaut.

Das viergeschossige Haus mit Tordurchfahrt Dreikönigenstraße 10 wurde um 1880 errichtet. Es zeigt eine dreiachsige Fassade mit Stuckgliederung im Stil der französischen Renaissance (Betonung der Mittelachse im 1. OG durch eine ädikula-ähnliche Fenstereinrahmung). Originale Fenster ergänzen die Fassadengliederung. In der Durchfahrt (mit originalem Tor) findet man erhaltungswürdigen Stuckdekor an Wänden (Sockel, Felder) und der Decke, ein originales Hoftor (verglast, profiliert) und verglaste doppelflügelige Treppenhaustür. Im Hausinneren ist erhaltungswürdig : Holztreppe und originale Wohnungstüren (im 2. OG mit originaler Farbverglasung) im Treppenhaus, mehrfarbige Fußbodenfliesen im Hausflur und Stuckdecken im 1. OG. Das o. g. Objekt stellt das für die Kölner Innenstadt bis zur Jahrhundertmitte charakteristische Drei-Fenster-Haus über L-förmigem Grundriß dar. Der Rückgriff auf diesen Haustypus auch noch in den 80er Jahren dokumentiert den verspäteten Ausbau der südlichen Altstadt. Mit den Nachbarhäusern Nr. 8, 12, 14, 22 und den Bauten Nr. 5, 7, 9, 13 bildet das o. g. Objekt ein städtebauliches Ensemble von Drei-Fenster-Häusern mit hohem Seltenheitswert. Sie korrespondieren untereinander in Maß, Proportionen, Stil, Haustypus und Bestimmung und dokumentieren somit das originale Erscheinungsbild dieser Verbindungsstraßen zwischen dem Platz An der Eiche und dem Rheinufer.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0