Wohnhaus

Märchenstraße 18 · Dellbrück

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_2268
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Märchenstraße 18, 51067 Köln
Baujahr1920 bis 1928
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 17.04.1984
Stadtteil Dellbrück

Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Holweide und Köln. Es ist ein Bestandteil eines großen, noch weitgehend erhaltenen Siedlungskomplexes - der Märchensiedlung -, der in den 20er Jahren d. Jh. nach den Plänen der Architekten Manfred Faber bzw. W. Riphan gebaut wurde. Diese Siedlungsbebauung, die für eine in der nahen Großstadt Köln beschäftigte Bevölkerung (vornehmlich Beamte) errichtet wurde, dokumentiert den Umwandlungsprozeß des einstigen Dorfes Holweide zu einem Kölner Wohnvorort.

Das o. g. Objekt dokumentiert einen bestimmten Haustypus, der mit Abwandlungen als Reihenhaus in der ganzen Siedlung immer wieder anzutreffen ist. Das Aneinanderreihen gleicher bzw. ähnlicher Baueinheiten ist dem in den 20er Jahren im Bauhaus entwickelten Baukastenprinziß verpflichtet. Danach entstehen je nach Bedarf zwei-, drei- und mehrteilige Hauszeilen mit ähnlicher Gesamterscheinung. Das Teilhaus Märchenstraße 18 bildet zusammen mit dem Nachbarhaus 16 ein symmetrisch gegliedertes Doppelhaus mit zwei Geschossen und vier Achsen, das seinerseits einen Bestandteil einer Hauszeile gleicher Baueinheiten (Nr. 14 - 52) darstellt. Die sonst dekorlose Fassade des o. g. Teilhauses springt in der ersten/zweiten Achse mit einem streng kubischen Altan hervor, dessen Flachdach die horizontale Linie unter dem breiten Traufgesims betont. Je ein rechteckiges Eckfenster im EG und OG mit abgeschrägter Laibung lassen diesen Altanvorbau leicht und offen erscheinen. Die Betonung des Horizontalen wiederholt sich in der Eingangsüberdachung mit einem Flachdach, das sich über dem Fenster des EG als Fenstergesims fortsetzt. Über dem Eingang im OG liegt ein kleines Fenster des Treppenhauses. In der Aneinanderreihung dieser Baueinheiten (der Doppelhäuser) entsteht eine Rhytmisierung der ganzen Hausfront, die mit einem durchgehenden, niedrigen Satteldach zusammengefaßt ist. Auch die gemeinsame, einheitliche, durchgehende Einzäunung der Vorgärten (horizontale Holzleiter), die nur durch die Eingangstörchen unterbrochen wird, machen den ganzen Hausblock zur ästhetischen Einheit (Bauhaus-Stil). Eine Holztreppe und ein Kachelofen dokumentieren die ursprüngliche ästhetische und funktionale Einheit des Hauses. Die Märchensiedlung war in der Absicht entworfen und gebaut worden, ein Wohngebiet mit in sich geschlossenem, ländlich romantischem Charakter einer Kleinstadt im Grünen zu schaffen. Diese "Gartenstadt" zeichnet sich durch unregelmäßig angelegte, scheinbar organisch gewachsene Straßenzüge, einen "Dorfplatz" und malerische Gruppierungen von Einfamilienbauten mit Vorgärten (Gartenpfosten, Lattenzäune, Hecken) und große rückwärtige Zier- und Nutzgärten aus. Die ganze Anlage stellt ein hervorragendes Beispiel einer Verwirklichung der in den 20er Jahren aktuellen Gartenstadtvorstellung, die der Tradition der Idee einer heimatlich-romantischen "Idealstadt" verpflichtet ist. Als integraler Bestandteil eines bestimmten, im Ensemble der Märchensiedlung vertretenen, Haustypus ist der Erhalt des o. g. Objekts einschließlich der Einfriedung unverzichtbar.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0