Wohnhaus
Münsterer Straße 2 · Mülheim
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_2388 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Münsterer Straße 2, 51063 Köln |
| Baujahr | um 1880 bis 1890 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 14.05.1984 |
| Stadtteil | Mülheim |
Um 1899/1900 erbaut; Eckhaus zur Düsseldorfer Str., 4 Geschosse, 5:3 Achsen, Erker mit Balkon (Balkonbrüstung etwas verändert, Vasen fehlen), ausgebautes DG mit neuen Dachgauben, Putzfassade mit Stuckgliederung im Stil der Neorenaissance. EG z. T. verändert (Rustikaquaderung an der Seite zur Düsseldorfer Straße fehlt), Dacheindeckung nach historischem Vorbild erneuert. Weitestgehend originale Fenster, Haustür original, teilweise originale Kellerfenstervergitterungen mit Beschlägen. Im Innern original erhalten: im Flur ornamentierter Fliesenfußboden, Holztreppe mit gedrechseltem Geländer, Deckenstuck, Türen mit originalen Beschlägen und Laibungen an ehemaligen Aborten, originale Kellertür; Dielenfußböden, fast alle Zimmertüren mit originalen Beschlägen und Laibungen, einige ältere Zimmertüren (20er-30er Jahre), üppiger ornamentaler und figürlicher Deckenstuck und Hohlkehlendecken (1. - 3. OG), z. T. originale Fensterbänke und Fußleisten, stellenweise Innenläden. Keller mit Fischgratkappengewölbe.
Giebelseite: rot verfugte Backsteinfassade mit vorspringendem abgerundeten Fassadenteil; weitgehend originale Fenster, Blindfenster, ältere Hoftür, Außentreppe zum Keller.
Ehemaliger Pferdestall mit Wohnraum für den Stalljungen (jetzt Garage und Wohnung): originales Backsteinmauerwerk, veränderte Dachform und -eindeckung, Gebälk stellenweise original, Fensterformen verändert, neue Eisentore, ältere Schiebetür, neue Überdachung des Treppenaufgangs. Inneres erneuert.
Originale verputzte Hofmauer mit Stuckgliederung, 4 Pfeilern und 2 bekrönenden Stuckvasen (neues Einfahrtstor).
Im 19. Jh. siedelten sich, gefördert durch den Bau von Eisenbahnen und Straßen, bedeutende Industrieunternehmungen auf dem Stadtgebiet von Mülheim an, so daß das kleinmaßstäbliche Straßengeviert der Altstadt sich schnell zu weitreichenden gründerzeitlichen Vorstadtbereichen ausbreitete.
Die Münsterer Straße stammt aus der frühen Phase der städtischen Erweiterung und ist mit anspruchsvollen Wohnbauten aus der Blütezeit des Historismus bestanden. Das o. g. Objekt ist ein wesentlicher und unverzichtbarer Teil der Münsterer Straße, die bis heute ihren Charakter als relativ einheitlich um 1880/1890 im Stil des Historismus erbaute Wohnstraße erhalten konnte. Das Haus wurde vorwiegend von Offizieren der nahegelegenen Hacketäuerkaserne bewohnt. Das niedrigere Gebäude im Hof diente als Pferdestall (EG) und Wohnraum für den Stalljungen sowie als Lagerraum für Futter (OG).
Mit seinem balkongekrönten Erker und der üppigen, in jedem Geschoß leicht variierten Stuckfassade im Stil der Neurenaissance bildet es als Eckhaus zur Düsseldorfer Straße baukünstlerisch einen markanten Blickfang. In der Anzahl der Geschosse und im aufwendigen Fassadenschmuck paßt es sich - entgegen seiner Adressenbezeichnung - eher der großstädtischen Bebauung der Düsseldorfer Straße an als den niedrigeren schlichten Häusern der Münsterer Straße (Nr. 9 - 21). Darüber hinaus ist die repräsentative Fassade mit Erker und Balkon zur übergeordneten, breiter angelegten Düsseldorfer Straße hin ausgerichtet, welche um die Jahrhundertwende zur bevorzugten Wohnanlage des Großbürgertums zählte und von zahlreichen Villen gesäumt wurde.
Städtebaulich bedeutend ist das Haus Münsterer Straße 2 als Dokument der historischen Bebauung im Einmündungsbereich der Münsterer und Düsseldorfer Straße.
Besonderen Denkmalwert erhält das Haus durch seine im Innern noch weitgehend erhaltene originale Ausstattung (z. T. reich verzierte Stuckdecken).
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0