Wohn- u. Geschäftshaus

Trimbornstraße 20 · Kalk

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_2444
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohn- u. Geschäftshaus
Adresse Trimbornstraße 20, 51105 Köln
Baujahrum 1905
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 17.05.1984
Stadtteil Kalk

Insgesamt handelt es sich bei dem Haus um ein Gebäude, das zu einem kleineren Ensemble (Trimbornstraße 20 - 24) gehört, das wiederum ein wesentlicher Bestandteil der noch weitgehend erhaltenen Trimbornstraße darstellt. Die Trimbornstraße weist trotz ihrer scheinbaren äußeren Gleichartigkeit in ihrer detaillierten Ausgestaltung verschiedenarige Bauten für die unterschiedlichsten Bevölkerungsgruppen auf. Es wohnten hier Personenkreise, die aus mehr oder weniger gebildeten Berufssparten stammen (z. B. Trimbornstraße 6: Haus eines Arztes, Trimbornstr. 15 und 17: Mietstockwerkhäuser für Personen mit geringen Ansprüchen).

Die Häuser Nr. 20 bis 24 sind Beispiele zurückhaltend dekorierter Arbeiterwohnbauten, wie sie in der damaligen Stadt Kalk, die stark expandierte, in großer Zahl errichtet wurden. Zugleich fügt sich die Hausgruppe in das Ensemble Trimbornstraße, Johann-MayerStraße und Robertstraße ein. Um die differenzierten Wohnansprüche der Zeit nach der Jahrhundertwende, als Kalk seinen letzten entscheidenden Ausbau erfuhr, sichtbar festzuhalten, ist der Erhalt des Hauses Trimbornstraße 20 unverzichtbar.

Die vor 1910 - wahrscheinlich um 1905 - entstandenen dreiachsigen, viergeschossigen Wohnhäuser (Nr. 20 und 24) und das Wohn- und Geschäftshaus Nr. 22 sind in der Fassadengliederung und dem Grundriß nahezu identische Bauten mit geringen Unterschieden in der Dekoration. Über dem (bis auf Nr. 22) mit rundbogigen Fenster- und Türlaibungen versehenen rustizierten EGs befinden sich je eine Achse mit stuckierten rundbogigen Fensterlaibungen und zwei durch die Stuckierung gekuppelte Achsen mit geradem Sturz in einer glatten Putzfläche die Stockwerke werden durch kräftige Gesimse getrennt. Die Rückfront des Hauses und der Anbau haben wie in Köln in jener Zeil allgemein üblich backsteinsichtige Fassaden. Die Ausgestaltung im Innern ist bescheiden gehalten. Der großflächig gegliederte Terrazzoboden im Hausflur, die Steintreppe mit dem schlichten Holzgeländer, der Mangel an Stuckdecken und die herkömmlichen Zimmertüren mit Füllungen (zum größten Teil noch vorhanden) weisen keinen außergewöhnlichen Aufwand auf.

Die Jugendstil- aber auch leichte Renaissance-Einflüsse aufweisenden Bauten sind durch die Verwendung gleicher Dekorationselemente bei den äußeren Achsen als Gruppe zusammengefaßt. Dieser Eindruck wird durch die kräftig ausgebildeten Stockwerkgesim-se verstärkt.

Die Fassadengestaltung ist ein zeitgenössisches Dokument für den Kölner Jugendstil, bei dem an der starren überkommenen Fassadengliederung festgehalten wird und zwar in Kombination mit der flächigen Strukturierrung der Fassade. Der herkömmliche Typ des Drei-Fenster-Hauses ist beibehalten worden, und die Fassade ist nach den bisherigen, dem Schweregesetz folgenden Regeln tektonisch gegliedert.

Der horizontale Fugenschnitt im EG täuscht das tragende Geschoß vor. Der Stuckzierat konzentriert sich auf die beiden folgenden Geschosse, wohingegen das 3. OG mit äußerst sparsamem Schmuck relativ leicht wirkt. Die architektonische Gestalt der Fassade steht in Zusammenhang mit der sozialen Bestimmung des Hauses: Mietstockwerkhaus für Personenkreise mit mittleren bis geringen Ansprüchen.

Das niedrig gelegene EG, die gering hervorragende linke Achse sowie die Wiederholung der schlichten Schmuckformen deuten auf den relativ geringen Aufwand des Bauherrn für die Errichtung des Miethauses hin. Der Wechsel von Fenstern mit geraden und gerundeten oberen Abschlüssen, der auch an den Nachbarbauten in gleicher Art vorkommt (eine Seitenachse und EG mit Rundbogenfenstern, daneben gekuppelte rechteckige Fenster in den OGs), hebt diese Häusergruppe von den herkömmlichen Arbeiterwohnhäusern der Spekulanten ab und weist darauf hin, daß hier Wohnraum gebaut wurde für eine anspruchsvollere Arbeiterschicht bzw. eine Bevölkerungsgruppe, zu der beispielsweise kleine Handwerker gehörten.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0