Wohnhaus
Ägidiusstraße 5 · Sülz
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_2451 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Ägidiusstraße 5, 50937 Köln |
| Baujahr | 1905 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 12.06.1984 |
| Stadtteil | Sülz |
Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Köln-Sülz, da es die Geschichte der Entwicklung dieses Vorortes außerhalb der Neustadt bzw. der späteren preußischen Umwallung von 1888 dokumentiert. Der Ort Sülz war bis in die Mitte des 19. Jh. eine kleine Ansammlung von Höfen und ländlichen Wohnbauten, der erst Mitte des 19. Jh. vom Bauunternehmer H. Wagner für die Arbeiten seiner Kiesgruben und Ziegelei im Sinne einer städtischen Ansiedlung erschlossen wurde. Mit den Nachbarvororten wuchs Sülz schnell zu einem zusammenhängenden Stadtraum zusammen, da es den Kölnern Platz für neuen Lebens- und Wohnraum bot. 1888 wurde Sülz nach Köln eingemeindet.
Das lt. Inschrift 1905 errichtete Mietstockwerksgebäude besitzt drei Geschosse mit vier Achsen. Die besonders reich geschmückte Fassade des floralen Jugendstils ist in den OGs durch zwei Scheinerker in den Seitenachsen gegliedert. Die beiden Mittelachsen der Stuckfassade sind durch umgreifende Stuckbögen zusammengefaßt, die mit reicher pflanzlicher und figürlicher Ornamentik ausgefüllt sind. Das EG ist flach rustiziert. Die Fenster wurden stilähnlich erneuert; die Haustür wurde ausgewechselt. Der Hausflur besitzt einen ornamentierten Terrazzoboden (Mittelmuster); die Wand zeigt eine einfache Leiste, während die Stuckdecke seitliche Kehlleisten und Mittelmedaillons aufweist. Die Terrazzotreppe mit Holzgeländer führt in die weitgehend erneuerten OGs. Rückwärtige Fassade verputzt mit kleinem original ummauerten Garten. Die Fassade ist mit ihrer außerordentlich reichen Stuckverzierung ein unverzichtbarer städtebaulicher Akzent. Dies um so mehr, als die Nachbarbauten ihre Stuckverzierungen leider verloren und nur das Haus Ägidiusstraße 1 noch die zeittypischen Stilelemente aufweist. Soziologisch mag der etwas naive Stolz des Erbauers ("Mein Haus, meine Welt") auf die ökonomischen Erfolge des einfachen Bürgertums hinweisen.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0