Wohnhaus

Arnulfstraße 7 · Sülz

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_2456
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Arnulfstraße 7, 50937 Köln
Baujahrum 1910
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 12.06.1984
Stadtteil Sülz

Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Köln-Sülz, da es die Geschichte der Entwicklung dieses Vorortes außerhalb der Neustadt bzw. der späteren preußischen Umwallung von 1888 dokumentiert. Der Ort Sülz war bis in die Mitte des 19. Jh. eine kleine Ansammlung von Höfen und ländlichen Wohnbauten, der erst Mitte des 19. Jh. vom Bauunternehmer H. Wagner für die Arbeiter seiner Kiesgruben und Ziegelei im Sinne einer städtischen Ansiedlung erschlossen wurde. Mit den Nachbarvororten wuchs Sülz schnell zu einem zusammenhängenden Stadtraum zusammen, da es den Kölnern Platz für neuen Lebens- und Wohnraum bot. 1888 wurde Sülz nach Köln eingemeindet.

Das viergeschossige, etwa 1910 erbaute Mietstockwerksgebäude besitzt drei Achsen, wobei die mittlere im 2. OG mit einem Erker geschmückt ist. Im EG besteht das Außenmauerwerk bis in Kämpferhöhe der (originalen) Fenster aus rustiziertem Bruchstein, über der (erneuerten) Garagentür zur Linken lastet ein hoch-dimensionierter Natursteinsturz. Die übrige Fassade ist verputzt mit schmalen, stuckierten Fenstergesimsen je Geschoß. Das 3. OG wurde in neuerer Zeit leicht erhöht, wodurch ein früherer (flacher) Ziergiebel bis auf einen kleinen Ansatz rechts verschwand. Stilistisch ist die Fassade dem, später zur neuen Sachlichkeit hin tendierenden, Jugendstil zuzuordnen, dem auch die feingliedrigen originalen Holzfenster und die ebenfalls originale Haustür zugehören. Deren facettuierte Glasscheiben belichten ein Entree, in dem noch einmal die Anmut des späten Jugendstils in reizvollen Reliefmedaillons an den Wänden eingefangen ist. Dekorfliesen an Fußboden und Eingangswänden sowie die Terrazzotreppe mit Eisengeländer zeugen von der Solidität des Ausbaus, auch das originale Buntglasfenster des Treppenhauses, zum Lichthof, blieb erhalten. Im Grundriß überrascht das Haus durch eine tiefreichende Bebauung, die rückwärtigen Fassaden sind verputzt. (Wohnungstüren erneuert, Zimmertüren original). Die Häuser Arnulfstraße 7, 9 und 11 gehören alle dem späten Jugendstil an und bilden als maßstabbildende Gruppe mit ähnlicher Werksteinrustika im EG den für Sülz typischen Wohncharakter des gehobenen Bürgertums. Zu diesem Charakteristikum gehören auch die Bäume, die als zeittypische Hinwendung zur Gartenstadt dieser Straße erhalten blieben.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0