Wohn- u. Geschäftshaus

Am Hof 28 · Altstadt/Nord

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_2734
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohn- u. Geschäftshaus
Adresse Am Hof 28, 50667 Köln
Baujahr1909
Architekt / PlanungO. Schütz
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 06.11.1984
Stadtteil Altstadt/Nord

Das Gebäude Am Hof 28, Eckhaus zu Unter Goldschmied, wurde lt. inschriftlicher Datierung im Jahre 1909 von Architekt O. Schütz als viergeschossiges Wohn- und Geschäftshaus mit vier Fensterachsen zur Straße Am Hof, einer Eckachse, fünf Fensterachsen zur Straße Unter Goldschmied und einer skulptierten Werksteinfassade errichtet.

Das Eckhaus Am Hof 28 liegt innerhalb des Denkmäler-Ensemblebereichs der südlichen Domumgebung an der Ecke zwischen den mittelalterlichen und römischen Straßenzügen Am Hof und Unter Goldschmied. Unter Goldschmied führt auf das Südportal am südlichen Querschiff des Doms zu. Das Ende der engen Straße gibt aus Höhe des Gebäudes den Blick frei über den dem Dom vorgelagerten Raum des Roncalliplatzes, den der tiefer liegende, Westabschnitt des Straßenraums Am Hof einleitet. Die Straße Am Hof führt von der Rheinniederung bis hierhin zum Hochufer des Rheins aufwärts. Die Planung des Eckhauses geht von der zentralen städtebaulichen Situation aus. Über der abgeschrägten Ecke des EG setzt sich das 1., 2. und 3. OG einem Eckturm ähnlich mit drei aneinandergereihten flachbogigen Erkern fort. Das Motiv des flachbogigen Erkers wiederholt sich an beiden Fassadenteilen im Wechsel mit geradlinigen Fassadenelementen. Beide Fassadenseiten sind in sich spiegelbildlich streng geordnet. Die vom Erdboden bis zum Dach reichenden vertikalen Rippen nehmen Bezug auf das gotische Vorbild des Doms. Am Hof entsprach dem Ausblik zum Dom hin ein die gesamte Seite überspannender Flachbogen des Dachgiebels, auf die enge Straße Unter Goldschmied gingen drei einzelne, flachbogig abschließende Dachgiebel im Anschluß an die Erker ein. Das EG öffnet zur Straße hin eine umlaufende Arkendenreihe mit Schaufeldern und Eckeingang. Das kraftvoll dimensionierte Stockwerkgesims bindet die Arkaden zusammen und bildet die Standebene für die OGs. An den Erkern und dem 3. OG finden Drillingsfenster mit Steinbalkenteilungen Anwendung. Am 2. und 3. OG betonen im Gegensatz großformatige Fenster die Ecke und die Flächen zwischen den Erkern. Das Dachgesims hat abgrenzende und zu den ehem. Dachaufbauten nach aufwärts überleitende Aufgabe. Das Haus ist im Jugendstil gebaut. Die klassizistisch strengen Schmuckformen sind aus der technischen Funktion heraus entwickelt. Der ursprüngliche Innenausbau, der mit Sicherheit der hochwertigen Werksteinfassade entsprach, ist fast völlig zerstört. Das erhaltene Nebentreppenhaus hinter dem linken Flügel des Hauses gelegen, zeigt, daß selbst untergeordnete Räume noch architektonisch gestaltet waren. Die zweiläufige, gerade und vor dem Zwischen- und Stockwerkpodest um 90 Grad gewendelte, links wendende Steintreppe trägt ein Geländer aus Profilstahl mit einem Rundprofil als Handlauf. Im geraden Treppenlaufbereich ist jeder Stufe ein Geländerfeld zugeordnet. Zwischen den unteren horizontalen und den oberen, der Treppensteigung parallelen Traverse ist jedes Feld mit einem Stabornament geschlossen.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0