Wohnhaus
Gneisenaustraße 6 · Nippes
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_2888 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Gneisenaustraße 6, 50733 Köln |
| Baujahr | um 1908 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 25.03.1985 |
| Stadtteil | Nippes |
Das Haus ist bedeutend für die Geschichte des Menschen in Köln, insbesondere für den Stadtteil Nippes, da es die Erstbebauung dieses Stadtteils dokumentiert. Nippes hat sich aus einer im Mittelalter zur Herrlichkeit Mauenheims gehörenden Ansammlung von Höfen entwickelt, von denen einer, am Nipp (= steil abfallende Höhe) gelegen, dem Stadtteil den Namen gab. Dieser wuchs erst aufgrund von Industrieansiedlungen (Porzellanfabrik, Werkstätte der Rheinischen Eisenbahn) in der zweiten Hälfte des 19. Jh. zu einer relativ geschlossenen Stadtlandschaft zusammen und wurde erst 1888 in die Stadt Köln eingemeindet. Die Gneisenaustraße ist im neueren Erschließungsbereich um den Leipziger Platz eine relativ gut erhaltene Wohnstraße des späten Historismus.
Das Mietstockwerksgebäude aus der Zeit um 1905 bildet mit der Nr. 6 ein Doppelhaus. Beide Gebäude sind 3geschossig und 3achsig, wobei jeweils an der Außenachse ein Ziergiebel mit Krüppelwalmdach die Fassade akzentuiert. Während das Gebäude Nr. 6 noch die originalen Dachgauben und z. T. die originalen Fenster besitzt, wurden im Haus Nr. 4 die Fenster weitgehend stilähnlich erneuert. Die Haustür ist ebenfalls neu. Die ausgewogene Stuckfassade blieb im Stil des späten, schon vom Jugendstil beeinflußten Historismus erhalten. Die Fenster sind im renaissanceartigen Bossenwerk umrandet. Im Innern zeigt der Eingang noch größtenteils den historischen Bestand: gemusterte Bodenfliesen sowie Stuckverzierungen an Wand und Decke (Mittelrosette). In die OGs führt eine Terrazzotreppe mit Eisengeländer und bunten Fliesen auf die Treppenabsätze. Hier blieben auch die Wohnungsabschlüsse und die Zimmertüren original erhalten. Keine Stuckdecken. Die rückwärtige Fassade in Backstein weist auf ein kleines Innenhöfchen mit originaler Einfriedung. Die in ihrem historischen Charakter sehr einheitlich erhaltene Gneisenaustraße besitzt als städtbauliche Dominante die 1913 errichtete Pfarrkirche St. Bonifazius, deren Turm ein dominierendes Wahrzeichen ist. Die Doppelfassade des der Kirche gegenüberliegende Hauses ist als historischer Rahmen unverzichtbar.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0