Wohnhaus
Am Kunstfeld 45 · Dünnwald
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_3020 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Am Kunstfeld 45, 51069 Köln |
| Baujahr | um 1820 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 01.07.1985 |
| Stadtteil | Dünnwald |
Als Fabrikantenwohnhaus 1805 errichtet (inschr. dat.); 2 Geschosse, 5 Achsen, Backsteinhaus, gelb geschlämmt, Walmdach. Neuere Fenster, Gliederung verändert, Schlagläden, Haustür erneuert.
Im Innern original erhalten: Balkendecken, Holztreppe mit Baluster-Treppengeländer, Lichtwange und Antrittspfosten, Gewölbekeller.
Rückseite: geschlämmte Backsteinfassade, neue Fenstertüren, Fenster erneuert.
Ehemaliges Wirtschaftsgebäude: früher Stall und Waschküche, Fachwerkgebäude, Backsteinausfachung weiß verputzt, z. T. neues Mauerwerk, 1 1/2 Geschosse, Satteldach (neue Eindekkung, alter Dachstuhl), neue Fenster, Gliederung verändert. Im Innern original erhalten: Balkendecke. Rückseite: Fachwerk erneuert, Ausfachung im Giebel verglast.
Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne des § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen und für die Entwicklung der Arbeits- und Produktionsverhältnisse ist, als auch künstlerische, wissenschaftliche, volkskundliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:
Das 1805 errichtete Fabrikantenwohnhaus mit angeschlossenem ehemaligen Wirtschaftsgebäude ist integraler Bestandteil der ältesten frühindustriellen Ansiedlung des Rheinlandes und damit als Zeugnis sowohl für die Siedlungs- als auch die Wirtschaftsgeschichte (chem. Erzeugnisse, Sprengstoffherstellung, ab 1870 Metallverarbeitung) des Ortes Dünnwald von großer Bedeutung.
Die Fabrikanten Wöllner und Mannes, die hier "Kunst"-produkte, wie Berliner Blau, Soda und Salmiak herstellten, gaben mit ihrer Produktion der Siedlung ihren Namen.
Entstanden aus einer Industrieansiedlung mit mehreren Produktionszentren, die wegen der Luftverschmutzung aus dem 1803 säkularisierten Kloster Dünnwald verlagert wurden, vereinte das Kunstfeld Fabrikationsstätten und von ihrem architektonischen Aufwand her hierarchisch abgestufte Wohnhäuser für Fabrikanten, Angestellte und Arbeiter. Dieses Fabrikantenwohnhaus ist eines von dreien in dieser Siedlung. Es ist das älteste und weist im Gegensatz zu den verschieferten Häuser Nr. 1 und 49 eine schlichte geschlämmte Backsteinfassade klassizistischer Prägung auf. Während heute nur noch die Flurbezeichnung "An der Fabrige" auf den ehemaligen Standort der Fabrik verweist, ist das aus städtebaulichen Konzepten des 18. Jahrhunderts zitierte Planungsschema der Siedlung noch gut ablesbar.
Einbezogen sind darin nicht nur die symmetrisch, an den jeweiligen Endpunkten der Siedlung angelegten Wohnhausgruppen in Form fränkischer geschlossener Hofanlagen und den dazwischen in einer Reihe stehenden, traufständigen Wohnhäusern, sondern auch die straßenwärtige, schmale Grünfläche, die in ihrer rechteckigen Form und axialen Anordnung mit Sichtbezug zwischen den zwei Fabrikantenhäusern den Rückgriff auf die französische Gartenbaukunst des 18. Jahrhunderts dokumentiert. Über diese gestalterische Anordnung von Wohn- und Freiflächen hinaus liegen die Häuser inmitten von ausgedehnten Grünflächen, die als Garten- und Ackerland zur Selbstversorgung der Anwohner genutzt wurden. Dieser soziale Anspruch nimmt bereits die erst rund 80 Jahre später entwikkelte Gartenstadtidee vorweg.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0