Wohnhaus
Holweider Straße 128 · Mülheim
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_3021 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Holweider Straße 128, 51065 Köln |
| Baujahr | um 1890 |
| Eigentum | städtisches / öffentliches Eigentum |
| Eingetragen seit | 01.07.1985 |
| Stadtteil | Mülheim |
Um 1900 erbaut; 4 Geschosse, 3 Achsen, Stuckfassade mit
Stilanklängen an die Renaissance und Elementen des Jugendstils, flacher Risalit in der westlichen Achse. EG und Haustür verändert, Segmentbogenfenster im EG original, die übrigen entsprechend dem Original erneuert. Im Innern original erhalten: ornamentierter Fliesenboden im Flur, Holztreppe mit gedrechseltem Geländer und Antrittspfosten, Dielenböden. Rückseite: backsteinsichtig, risalitarig vorspringender Gebäudeteil, einige Fenster original.
Von ortsgeschichtlicher Bedeutung ist das Gebäude - gegenüber der Werksmauer und den weitläufigen Produktionsanlagen des Carlswerkes von Felten & Guilleaume gelegen - als typisches Beispiel der großen, schon städtisch geprägten Arbeitermietshäuser der schnell wachsenden Industriestadt Mülheim. Es repräsentiert deutlich wie selten das Nebeneinander von Wohn- und Produktionsstätten, ist beeindruckendes Beispiel für die - heute kaum noch anzutreffende - Mischung von Funktionen im historischen Stadtgefüge.
Trotz der am Einzelobjekt und der ganzen erhaltenen Straßenzeile ablesbaren Funktion der Beherbergung einer großen Arbeitnehmerzahl ist auf qualitätvolle Gestaltung und Dekoration der Fassade, auf bürgerlich-städtische Repräsentation Wert gelegt worden. Gestaltungselemente wie Risalit und reich dekorierte erste Hauptetage sind eindeutig der bürgerlichen Baukunst anspruchsvoller Stadtfassaden entlehnt. Die künstlerische Durchbildung der Stuckfassade zeigt deutlich den Übergang von der späten Gründerzeit zum Jugendstil: Die konsolgestützen ausladenden Fensterbänke und Fensterverdachungen gehören ebenso dem Formenrepertoire der Neurenaissance an wie die breiten, profilierten Rahmungen der Fenster. Die Fensterbrüstungen des 1., die Sohlbankstützen des 3. OG sowie der vorhangartige Einschub unter der rechten Fensterverdachung im 2. OG gehören als stilisierte Zitate antiken Bauschmucks (Epistyl und Guttae) bereis dem Jugendstil an. Städtebaulich bedeutend und unersetzlich ist das Gebäude als Teil des Denkmalensembles der erhaltenen Straßenzeilenbebauung und der noch im ursprünglichen Zustand belassenen Situation gegenüber den Fabrikanlagen: eine städtebaulich absolut befriedigende Gesamtgestalt nicht nur wegen der ablesbaren geschichtlichen Entwicklung, sondern auch wegen der ästhetisch qualitätvollen und funktional ausreichenden baulichen Substanz.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0