ehem. Waisenhaus
Kerpener Straße 30 · Lindenthal
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_3033 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | ehem. Waisenhaus |
| Adresse | Kerpener Straße 30, 50937 Köln |
| Baujahr | 1900 bis 1902 |
| Architekt / Planung | Artur Eberhard |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 09.07.1985 |
| Stadtteil | Lindenthal |
Erbaut 1900 bis 1902 nach Plänen des Baumeisters Artur Eberhard. 3geschossiger Backsteinbau über hohem Sockelgeschoß mit Eckrisaliten; auf der Rückseite Mittelrisalit mit 1geschossigem Vorbau (Kellergeschoß durch Abgraben des Geländes freigelegt). Risalite mit geschweiftem, gebrochenem Giebel; Gliederung durch Ecklisenen und Brüstungsgesimse im 1. OG. Zusammenfassung der Fenster im 1. und 2. OG des gesamten Gebäudes durch Putzfelder. Sockelgeschoß mit Putzquaderung. Hauptportal in Werkstein mit flankierenden Säulen und geschwungenem Giebel in Anlehnung an barocke Vorbilder. Originale, schmiedeeiserne Grundstückseinfassung. Das Gebäude wird seit 1969 von der Universität benutzt.
Die Gründung der Stiftung beruht auf einem Vermächtnis der am 01.05.1896 verstorbenen Witwe des Geheimen Oberfinanzrats und Provinzial-Steuer-Direktors Gottfried August von Maaßen, Luise, geb. Mumm. In ihrem, beim königlichen Amtsgericht Wiesbaden hinterlegten Testament vom 05. Juli 1894 mit Zusatz vom 06. Juli 1895 vermachte sie dem Presbyterim der Ev. Gemeinde Köln die Mittel zur Begründung der Stiftung. Diese Stiftung sollte im Andenken an ihren Neffen, dem königlichen Landrat des Landkreises Düsseldorf, den Namen Karl-Emmanuel-Küpper-Stiftung führen. Der Zweck der Stiftung war "Aufnahme von (?) Waisenkindern beiderlei Geschlechts, vorzugsweise aus den Ev. Gemeinden Cölns und Cöln-Deutz zur Pflege und Erziehung. Die Aufgenommenen erhalten Kost, Kleidung und Erziehung samt dem nötigen Elementarunterricht ...". Die neu gegründete Stiftung führte damit die Tradition der Ev. Waisenfürsorge fort, die 1813 mit der Unterbringung der ersten Waisenhauszöglinge im Haus der sog. "Armen Freischule" begann. Nach einem Umzug des Waisenhauses mitsamt der Armenschule am 13.08.1827 in das Haus Antoniterstraße 21 kam es 1869 zur Trennung der beiden Institutionen durch die Übernahme der Schule durch die Stadt Köln. Nach dem Neubau des Waisenhauses an der Kerpener Straße wurden Schule und Waisenhaus wieder zusammengeführt. Das ehem. Gebäude der Karl-Emmanuel-Küpper-Stiftung ist als bauliches Zeugnis der Armenfürsorge in Köln bedeutend für die Stadt. An der Erhaltung und Nutzung des Objekts besteht aus wissenschaftlichen (sozial-politischen) Gründen ein öffentliches Interesse. Durch das prägende Erscheinungsbild des Repräsentativen, in neubarocken Formen errichteten Gebäudes für den Kreuzungsbereich Kerpener Straße/Weyertal liegt zudem eine Erhaltung und Nutzung aus städtebaulichen Gründen im öffentlichen Interesse.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0