Gut Klosterhof
Prämonstratenserstraße 53 · Dünnwald
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_3066 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Gut Klosterhof |
| Adresse | Prämonstratenserstraße 53, 51069 Köln |
| Baujahr | 1620 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 24.07.1985 |
| Stadtteil | Dünnwald |
Wohnhaus: 1620 inschr. dat. (Maueranker), Ostflügel des einstigen Prämonstratenserinnen-Klostergebäudes; 2 Geschosse, nicht axial gegliedert, Satteldach, Mauerwerk in Feldsteinen, geschlämmt und verputzt, nördliche Giebelwand in Fachwerk. Haustüren in hist. Stil erneuert, Sprossenfenster (19. Jh.), Schlagläden (ursprünglich Fenstervergitterungen). Im Innern original erhalten: Treppenanlage (1688 inschr. dat.), Dielenfußböden, Keller mit 2 Tonnengewölben.
Rückseite: kurzes Schleppdach, Maueranker, steingerahmte rundbogige Fensteröffnungen, Fenster erneuert.
Vor dem Wohnhaus historische Pumpe.
Drei gegenüberliegende, zum Wohnhaus hin giebelständig ausgerichtete Wirtschaftsgebäude und auf rückwärtiger Seite angebaute, querliegende Scheune (19. Jh.): Wirtschaftsgebäude (ehemals mit Arbeiterwohnungen) (Gebäude 1): Backsteinbau, z. T. geschlämmt, Sockel stellenweise in Haustein, neu verputzte westliche Giebelwand, Satteldach mit Dacherker und Dachlukenfenster, kleine Fenster mit Stichbogen und Eisensprossen, Tor- und Fensteröffnungen zugemauert, neue Fenster- und Toröffnungen (z. T. mit Stichbogen), Holztore und -türen.
Ehem. Dungstätte (Gebäude 2): am Sockel Backsteinmauerwerk, darüber Holzbalkenstützen (heute verblendet), Walmdach, neues Tor.
Ehem. Kuhstall (Gebäude 3): Backsteingebäude, Satteldach mit Dachlukenfenster, Dacherker mit überdachten Treppenaufgängen, hofwärts kleine Rundbogenfenster mit orig. Sektorengliederung, darunterliegende Türöffnungen zugemauert, neue verblendete Entlüftungsöffnungen, an westlicher Giebelwand Stichbogenfenster und Holztor. an Rückseite Toröffnungen zugemauert.
Hofseitig niedriger Anbau (mit Waage) (Gebäude 4): backsteinsichtig, Ständerwerk in Fachwerk, Bretterverschalung, Holztüren, Pultdach.
An Rückseite des ehem. Kuhstalls niedriger Anbau (Werkstatt) (Gebäude 5): backsteinsichtg, Türöffnung mit Segmentbogen, Sprossenfenster und Vergitterung, neue Türöffnung, Holztüren.
Scheune (Gebäude 6): Backsteingebäude, am nördlichen Giebel geschlämmt, Satteldach nach Kriegebeschädigung erneuert, Toröffnungen (z. T. mit Stichbogen), neuere Holztore. Im Innern hölzerner Dachstuhl. Rückseite mit Kragdach auf Holzstützen.
Unmittelbar an die Klostermauer anschließendes Wirtschaftsgebäude (Gebäude 7): Backsteinbau, traufständig, Satteldach, kleine halbrunde und stichbogenförmige Fensteröffnungen, Klappladen, Ankersplinte, Holz- und Eisentore. Im Innern original erhalten: Dachstuhl, Holzdecke.
Zwei rechtwinklig angeordnete Wirtschaftsgebäude an der Klostermauer (Gebäude 8 und 9): backsteinsichtig, giebel- bzw. traufständig, Satteldächer, Dacherker. Fensteröffnungen mit Stichbogen, Fenster erneuert, kleine halbrunde Fenster mit orig. Sektorengliederung, neue Tür- und Toröffnungen, Ankersplinte und Telleranker, Klappläden. Im Innern original erhalten: preußische Kappendecken, Holzdecken.
Nicht zum Denkmal gehört: seitlicher Anbau.
Bienenhaus (Gebäude 11): niedriges Fachwerkgebäude mit Satteldach. Reste der in Hau- und Backstein errichteten Klostermauer und historisches Durchfahrtstor mit Mauerankern und schmiedeeisernem Gitter.
Für die Geschichte des Ortes Dünnwald ist die gesamte ehemalige Klosteranlage - heute Gut Klosterhof mit Pfarrkirche St. Nikolaus - von großer Bedeutung. Sie bildet eines der älteren Siedlungskerne von Dünnwald. Erstmals erwähnt wurde das Kloster im Jahre 1118 anläßlich seiner Gründung. Es war das erste niederrheinische Kloster des Prämonstratenserordens (12. Jh.), von dem weitere Klostergründungen ausgingen. Das Kloster und seine unberührte Lage an einer der ältesten Straßen Dünnwalds haben sich bis heute erhalten. Die drei, wenn auch aus unterschiedlichen Jahrhunderten stammenden Gebäudekomplexe - Kirche, Wohnhaus und Wirtschaftshof -, umgeben von einer mittelalterlichen Mauer, machen die historische Gestalt der Klosteranlage noch heute gut erfahrbar. Es handelt sich im Gegensatz zu den häufiger auftretenden Vierkanthöfen um eine sehr individuelle, offene und teilweise weit gestreute Gruppierung der Gebäude, die wahrscheinlich durch den Standort der Vorgängerbauten bestimmt wurde. Alle Gebäude sind unverzichtbare Bestandteile eines funktional zusammengehörenden Ensembles von Hof und Kirche, wie es sich in Köln nur noch hier und in Widdersdorf erhalten hat.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0