Wohnhaus

Leyboldstraße 52 · Marienburg

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_3120
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Leyboldstraße 52, 50968 Köln
Baujahrum 1925
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 02.09.1985
Stadtteil Marienburg

Die Häuser Leyboldstraße 50, 52 und Goethestraße 69 bilden einen einheitlichen Villenkomplex. Dieser Gesamtkomplex ist ein Baudenkmal im Sinne von § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

Der Villenkomplex ist 1925 von dem Architekten Theodor E. Merrill errichtet worden. Durch vielfältige Vor- und Rücksprünge und polygonalen Erkern ergibt sich ein stark aufgelockerter Grundriß über den sich die 1geschossige Bautengruppe langgestreckt erhebt. Die steilen Satteldächer bilden, bedingt durch die Grundrißwahl, mit ihrem Auf-und-Ab der Giebel eine dominant-lebendige Dachlandschaft, die durch mehrere Zwerchhäuser noch unterstrichen wird. Stilistisch ist es damit nicht klar eingrenzbar, wenn auch die Zweckmäßigkeit amerikanischer Landhausbauten durchscheint. Als Baumaterial hat Merrill einen dunklen stumpf-braunen Ziegel gewählt. Die damit erreichte Flächigkeit wird durch hellweiße Sprossenfenster in unterschiedlicher Größe kontrastiert. Die Eingänge sind materialgerecht profiliert und durch die Anordnung von gestuften und einfachen Rundportalen in ihrer besonderen Funktion herausgehoben, unterstrichen noch durch die straßenseitige rundbogige Einfriedung in Backstein. Die Dächer wurden mit Naturschiefer eingedeckt.

Marienburg zählt durch die Vielzahl seiner im Verhältnis zur übrigen Stadt im Krieg weitgehend verschonten und im originalen Zustand erhaltenen Bauten zu einer der geschlossensten Villenkolonien in Deutschland und einem der im historischen Sinne besterhaltenen Gebiete innerhalb der Stadt Köln. Seit der Gründung dieses Villenvororts im späten 19. Jh. haben hier in Marienburg fast ausschließlich nur bedeutende Kölner und auch andere deutsche Architekten Villen und Landhäuser errichtet, wodurch dieser Vorort gleichzeitig eines der architekturhistorisch interessantesten Wohngebiete in Köln und darüber hinaus auch in Deutschland ist. Der Villenkomplex Leyboldstraße 50 - 52, Goethestraße 69 ist als historischer Bau ein wichtiger Bestandteil des baulichen und wegen seiner Gesamtplanung auch städtebaulichen "Ensembles Villenvorort Marienburg". Innerhalb der geschichtlichen Entwicklung Marienburgs ist die Bautengruppe u. a. deshalb von besonderem Interesse, weil sie in lebendigem Kontrast die Architekturvielfalt vom Historismus zur Moderne unterstützt. Erst durch diese Vielfalt der Stile bei gleichzeitiger Unterordnung unter ein Gesamtbild erhält das architektonische Erscheinungsbild des Vororts Marienburg seine spezifische Ausprägung.

Der Villenkomplex Leybold- Ecke Goethestraße von Theodor E. Merrill ist in seinen, trotz aller Lebendigkeit, ausgewogenen Proportionen und in der Detailausführung ein Gebäude von großer künstlerischer Qualität und Bedeutung. Durch die Verbindung von klaren ungebrochenen Backsteinflächen, gestalteter Dachlandschaft, kontrastierenden Fenster- und profilierten Türöffnungen wird Harmonie und Proportionalität erreicht, deren malerische Ausprägung Intimität produzieren. Zudem ist, wie bei allen Landhausbauten Merrills, der Anspruch des Architekten erkennbar, das Bauwerk in einen Zusammenhang mit der schon vorhandenen Landschaft zu setzen. Der Garten wird nicht, wie sonst vielfach üblich, dem Grundriß des Hauses hinzugedacht, sondern es wird von Merrill eine ganz bewußte Einheit von Landschaft und Grundriß angestrebt, in der die Landschaft den Begründungszusammenhang formuliert. Der Kölner Architekt Theodor E. Merrill (1891 - 1978) hat überwiegend Villenbauten in den 20er Jahren in Köln und vielen anderen Städten errichtet. Bedingt durch amerikanische Herkunft und Ausbildung sind seine Bauten überwiegend durch ihre "intim-aristokratische Sachlichkeit" charakterisiert. Ohne dekorative Stilmittel, unter Ausschaltung alles Unnötigen und Unwesentlichen hat er Villenbauten geschaffen, die ihm, unter Berücksichtigung der Bedürfnisse seiner Bewohner und der vorgefundenen Landschaft, zu vornehmen Baukunstwerken gerieten. Auch geht auf ihn die Konzeption der Villenkolonie Hahnwald zurück. Der Villenkomplex an der Leybold- Ecke Goethestraße stellt innerhalb der Arbeit Merrills einen wichtigen Aspekt dar. Darüber hinaus ist die Bautengruppe ein wichtiges Zeugnis der Architekturentwicklung Mitte der 20er Jahre, an deren weitergehenden Erforschung ein wissenschaftliches Interesse besteht.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0