Wohn- u. Geschäftshaus
Bülowstraße 50 · Nippes
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_3240 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohn- u. Geschäftshaus |
| Adresse | Bülowstraße 50, 50733 Köln |
| Baujahr | um 1925 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 10.10.1985 |
| Stadtteil | Nippes |
Das Haus ist bedeutend für die Geschichte des Menschen in Köln, insbesondere für den Stadtteil Nippes, da es die Erstbebauung dieses Stadtteils dokumentiert. Nippes hat sich aus einer im Mittelalter zur Herrlichkeit Mauenheims gehörenden Ansammlung von Höfen entwickelt, von denen einer, am Nipp (= steil abfallende Höhe) gelegen, dem Stadtteil den Namen gab. Dieser wuchs erst aufgrund von Industrieansiedlungen (Porzellanfabrik, Werkstätte der Rheinischen Eisenbahn) in der zweiten Hälfte des 19. Jh. zu einer relativ geschlossenen Stadtlandschaft zusammen und wurde erst 1888 in die Stadt Köln eingemeindet. Die Bülowstraße liegt im nach der Jahrhundertwende erschlossenen "preußischen" Viertel des Ensemblebereichs von Nippes.
Das Gebäude ist Teil einer von Nr. 40 bis Nr. 56 reichenden Blockbebauung, die um 1925 in Backstein ausgeführt wurde. Die Häuserzeile steht noch deutlich im Einfluß historisierender Stilmerkmale, sind doch gerade im Bereich des nahe gelegenen Leipziger Platzes, an der Bülow- und an der Yorckstraße besonders schöne Bauten aus der Blütezeit des Historismus noch heute erhalten geblieben. Sicher wird der im gelben Sandstein gehaltene, reich geschmückte Bau des städtischen Realgymnasiums aus dem Jahr 1907 die abwechslungsreiche Fassadenfolge des Wohnblocks beeinflußt haben. Die Treppenhäuser liegen zur Hofseite, so daß in den Fassaden die Reihung der (meist erneuerten) Fenster ohne Halbgeschoßvorsprung durchläuft. Dies entspricht dem Historismus ebensosehr wie die Akzentuierung des Eckhauses Nr. 40 durch ein weiteres - viertes - Vollgeschoß und der wiederholten Verwendung von Schmuckgiebeln usw. Bemerkenswert ist das elegante Blechtürmchen auf dem Eckgebäude Blücherstraße 19. Von besonderer Schönheit und Vollständigkeit ist das Giebelhaus Nr. 50, das in Verlängerung der Waterloostraße den architektonischen Höhepunkt des gesamten Blocks bildet. Seine 3achsige, an die niederländische Renaissance anknüpfende Fassade wird v. a. durch den hohen Treppengiebel bestimmt, der, das 3. OG umgreifend, mit einem weiteren Dachgeschoß die anderen Giebel überragt. Ein 2geschossiger Erker mit Backsteinornamentik, der deutlich stärker als die 2geschossigen, im Art-deco-Stil gehaltenen Erker der Häuser Nr. 42 und Nr. 44 ausgeschmückt ist, betont die Fassade axial. Als ein besonderes Glück für die Feinmaßstäblichkeit des Hauses muß die Erhaltung der Sprossenfenster angesehen werden, die mit der ebenfalls original erhaltenen Haustür das historische Bild der Fassade vervollständigen. Im Innern ist der Ausbaustandard des späten Historismus, jedoch vereinfacht, erhalten geblieben. Der Eingangsbereich ist an den Wänden gefliest - diese Fliesen sind bei Haus Nr. 50 höhergezogen als bei den Nachbarbauten. Das Holzgeländer der Terrazzotreppe besitzt elegantere Pfosten. Der Terrazzobelag hinter der Haustür wird in Höhe der Differenzstufen sockelartig weitergeführt. Sehr schöne, originale Wohnnungs- und Zimmertüren wurden vorgefunden.
Die rückwärtige Fasssde dieses Gebäudes unterscheidet sich auch von den Nachbarbauten. Auf beiden Seiten des hochragenden, 2achsigen Treppenturms, der zudem noch in der Fassade vorspringt, sind Balkone eingezogen mit spitzbogiger Überwölbung. Auch hier ist die Erinnerung an norddeutsche Backsteinarchitektur sicher beabsichtigt.
Städtebaulich ist das o. g. Gebäude als architektonischer Höhepunkt des Häuserblocks von besonderer Bedeutung. Gleichartige Bauten in der Waterloostraße korrespondieren mit der varinatenreichen Architektur der Häuser 40 bis 56, so daß hier von einem einheitlichen Straßenraum gesprochen werden kann. Die reiche städtebauliche Wechselbeziehung macht das Haus Nr. 50 für Köln unverzichtbar.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0